FeedMarsyas
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Marsyas, ein Silen der phrygischen Sage, ist wegen seines Wettkampfes mit Avollo bekannt. „Als Athena die von ihr erfundene Flöte, weil sie beim Spielen das Gesicht entstelle, weggeworfen hatte, hob M. dieselbe auf und erlernte das Flötenspiel. M. wagte es, mit seinem Flötenspiel den Apollo zum Wettkampf herauszufordern, aber die Musen als Kampfrichterinnen entschieden zu Gunsten des Kitharaspiels des Gottes, der den Vermessenen an einer Fichte aufhing und ihm die Haut abzog. Dieser Kampf ist von vielen Künstlern der alten und neuern Zeit dargestellt worden. Außerdem verehrte man aber M. auch als einen Spender von Quellen und Fruchtbarkeit und als Pflegevater des Bacchuskindes. Der griech. Erzbildner Myron stellte Athena und M. in einer Gruppe dar, von der (auch in einer Statue des M.) Nachbildungen erhalten sind. Vgl. Hirschfeld, „Athena und M.v (Berl. 1872), und Sybel, Apollo und M.y (Marb. 1879). In Rom und in den röm. Kolonien standen Statuen des M. auf den Marktplätzen als Sinnbilder der Freiheit. Vgl. Jordan, „M. auf dem Forum zu Romo (Berl. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 489Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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