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GeschichteBrockhaus 1882

Midas, Name mehrerer phrygischer Könige. Der erste König dieses Namens soll ein Sohn des Gordias und der Kybele gewesen sein und seiner Mutter das große Heiligtum in Pessinus geweiht haben. Von M. wurde erzählt, er habe den Silen dadurch gefangen genommen, daß er in eine Quelle, aus der derselbe zu trinken pflegte, Wein goß und ihn so betrunken machte. Doch führte M. den Silen dem Dionysus wieder zu. Dafür wurde ihm von Dionysus der Wunsch gewährt, alles, was er berühre, in Gold zu verwandeln. Da sich aber auch Speisen und Getränke in seinen Händen in Gold verwandelten, badete sich M., um dieser lästigen Gabe los zu werden, auf den Rat des Gottes im Paktolos, und seitdem führt dieser Fluß Gold. Nach einer andern Sage erkannte M. bei einem Wettstreite zwischen Marsyas (oder Pan) und Apollon, den Vertretern der Syrinx und der Kithara, dem Marsyas (Pan) den Preis zu, wofür er von Apollon Eselsohren bekam. Er verbarg dieselben unter seiner phrygischen Mütze; aber sein Barbier entdeckte sie. Diesen drückte das Geheimnis so, daß er es wenigstens in eine Grube hineinflüsterte, über welcher aber bald Schilfrohr emporwuchs, durch dessen Flüstern die Sache verraten wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 701Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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