Martin von Troppau (Oppaviensis), Geschichtschreiber des 13. Jahrh., war ein Dominikaner und päpstl. Kaplan, der 1278 zum Erzbischof von Gnesen ernannt, auf der Reise dorthin starb. Er verfaßte eine Geschichte der Päpste und Kaiser in der Art, daß er sie auf gegenüber stehenden Seiten behandelte, jede Seite in 50 Zeilen teilte und jeder Zeile ein Jahr zuwies. Dieser Mechanismus wurde ihm aber selbst bei den spätern Ausgaben seines Werks (bis 1277) unbequem, sodaß er sich davon losmachte, wie dann auch die Abschreiber häufig die Kaiser und die Päpste im Zusammenhang aufeinander — ließen. Obwohl das Werk als Geschichtsquelle so gut wie gar keinen Wert hat und eine Fülle von unhaltbaren Angaben und Fabeln bietet, erlangte es durch seine Knappheit eine große Verbreitung und brachte Fabeln' wie 3. B. die von der Päpstin Johanna, zu allgemeiner Anerkennung. Auch wurden Fortsetzungen von andern hinzugefügt, und diese haben zum Teil hohen geschichtlichen Wert. Die beste Ausgabe ist die von Weiland in «Monumenta Germaniae historicah (Scriptoreso, Bd. 22, S. 377—475).