FeedMartin (John)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Martin (John), engl. Maler, geb. 18. Juli 1789 zu Heydon-Bridge bei Hexrham in Northum—⸗ berland, kam 1806 nach London, wo er 1814 seine Arethusa in der königl. Akademie ausstellte. Hierauf folgte das Gemälde: Josua, der die Sonne stillstehen heißt (1816). Seine berühmtesten Gemälde waren: der Fall von Babylon (1819) und Belsazars Fest (1821), denen sich die Zerstörung von Herculanum und Pompeji (1822), die siebente Landplage (1823), der Untergang von Ninive und die Sündflut (1828) anschlossen. Außerdem sind noch zuerwähnen seine Zeichnungen zum Verlorenen Paradieso und die Gemälde: die Krönung der Königin Victoria (1839), der Abend vor der Sündflut (1840), die Göttin von Paphos (1846), der letzte Mensch (1849) und das Jüngste Gericht (1850). M.s Gemälde zeichnen sich alle durch Großartigkeit des Stils und seltene Lichteffekte aus, obwohl man daran die Fehlerhaftigkeit der Er mührtn und die Grellheit des Kolorits tadelt. r führte auch den Grabstichel geschickt und hat die meisten seiner Gemälde selbst gestochen. Er starb Marfin shr zu Douglas auf der Insel Man. artin (Konrad), Bischof von Paderborn, geb. 18. Mai 1812 zu Geismar im Eichsfeld, studierte in Münster kath. Theologie, erhielt 1834 die Priesterweihe, wurde darauf Rektor des Progymnasiums in Wipperfürth, alsdann Religionslehrer am kath. Gymnasium zu Köln,‚ 1844 Professor der Theologie und Inspektor des Konvikts in Bonn, 1856 Bischof von Paderborn. Im J. 1869 nach Rom berufen, um das Konzil vorzubereiten, gehörte er zu den entschiedensten Vorkämpfern der päpstl. Unfehlbarkeit. Zur Verteidigung derselben schrieb er: Die Arbeiten des Vatikanischen Konzils⸗ (Paderb. 1870), Vaticani concilii documentorum collectioo (Paderb. 1871). Nach Erlaß der Maigesetze wurde M. wegen lübertretung derselben wiederholt zu Geldstrafen, 1874 zur Festungshaft verurteilt, 1875 seines Amtes entsetzt und in der Festung Wesel interniert. Er entfloh 1875, worauf ihm die preuß. Staatsangehörigkeit abgesprochen wurde. M. starb 16. Juli 1879 im Exil in St.⸗Guibert in Belgien, Provinz Brabant, Arrondissement Nivelles; seine Leiche wurde in Paderborn beigesetzt. Von seinen Schriften sind noch zu nennen: „Lehrbuch der kath. Religion für höhere Lehranstalteno (5. Aufl., Mainz 1873), Lehrbuch der kath. Moralo (5. Aufl., Mainz 1865), „Die Wissenschaft von den göttlichen Dingen» (3. Aufl., Mainz 1869), Drei Jahre aus meinem Leben) (Mainz 1877), (Blicke ins Jenseitso (Mainz 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 492Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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