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NaturlehreBrockhaus 1882

Maser oder Flader nennt man diejenige Holzbildung, bei welcher der Verlauf der den Holzkörper zusammensetzenden Elemente nicht in der Längsrichtung des Stammes erfolgt, sondern ein unregelmäßiger, gewundener und verworrener ist, wodurch auf dem Tangentialschnitt (dem senkrecht auf die Markstrahlen geführten Längsschnitt) eigentümlich gewundene Figuren und Zeichnungen entstehen. Nicht selten ist das Maserholz auch eigentümlich gefärbt, oder es nimmt wenigstens durch Beizen und Politur charakteristische, meist schöne gelbe und braune, sehr verschieden nuancierte Färbungen an. Die Veranlassung zur Maserbildung geben gewöhnlich Adventivknospen, welche sich am Stamm in „großer Menge entwickeln und knollige Anschwellungen und Auswüchse bewirken. Besonders häufig „findet sich die Maserbildung am Grunde des Stammes nahe über der Wurzel. Durch öfteres Auslichten der Zweige kann man die Maserbildung befördern. Das mit Maserbildung versehene Holz heißt Maserholz und wird vorzüglich zu ausgelegten Arbeiten, Fournieren u. s. w. verwendet. Unter den einheimischen Laubhölzern zeichnen sich der Nußbaum, Kirschbaum, die Birke und Pappel durch häufige Maserbildung, unter den Nadelhölzern vorzüglich der Taxus aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 501Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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