FeedMaterialprüfungsmaschinen
TechnikBrockhaus 1882

Materialprüfungsmaschinen, maschinelle Vorrichtungen, welche dazu dienen, die Güte eines Materials durch Untersuchung auf dessen wichtigste Eigenschaft zu bestimmen. Demnach sollen z. B. diesenigen Maschinen, welche zur Prüfung von Schmiermitteln dienen, über die Schmierfähigkeit, resp. den Fettgehalt der untersuchten Stoffe Aufschluß geben, während die zur Untersuchung von Eisen, Stahl, Kupfer, Steinen, Garnen, Papier, Leder u. s. w. eingerichteten speziell den Festigkeitsgrad dieser Materialien zu konstatieren haben. Die Maschinen der letztern Klasse heißen deshalb auch Festigkeitsprüfungsmaschinen. Unter denselben sind namentlich diejenigen zur Bestimmung der Festigkeitskoefficienten von Eisen und Stahl sehr kompliziert und kostspielig. Einfacher sind die zur Festigkeitsprüfung von Papier, Pappendeckel, Leder u. s. w. dienenden Maschinen, wie die nachstehenden Figuren 1—4 eine solche zeigen. Bei derselben wird der zu prüfende Stoff in den beiden Zangenmäulern à und b (Fig. 4) befestigt. Durch die Umdrehung des Handradeser zieht alsdann die als Welle dienende Schraubene den Stoff auseinander und zu gleicher Zeit kann man die hervorgerufene Ausdehnung auf dem kleinen Lineal ablesen. In das der Schraube e gegenüber liegende Zangenmaul a greift ein Winkelhebel ein, der die ausgeübte Kraftanstrengung auf einen elastischen Deckel d überträgt, welcher einen mit Quecksilber gefüllten Cylinder abschließt. Durch den Druck auf den Deckel d wird das Quecksilber aus dem Cylinder in die Glassäule e gedrückt, worauf man auf der mit entsprechender Graduierung versehenen Skala derselben den ausgeübten Druck in Kilogrammen direkt ablesen kann. Wie aus Fig. 1 und 3Z ersichtlich, läßt sich der Apparat auch zur Prüfung röhrenförmiger Materialien auf Zerdrückungsfestigkeit verwenden, indem man die Zange babnimmt und das Rad er statt nach links nach rechts umdreht. Die Quecksilbersäule in e wird in diesem Fall um so viele Teilstriche sinken, als Kilogramme Druck auf das Material ausgeübt werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 520Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6