Matterhorn (frz. Mont-Cervin, ital. Monte-Silvio), der kühnste Felskegel der Penninischen Alpen, erhebt sich auf der Grenze zwischen Piemont und dem schweiz. Kanton Wallis, westlich vom Monte-⸗Rosa, östlich von der Dent d'Hérens zu 4482 m über dem Meere. Ein isolierter scharflantiger Gneisobelisk mit etwas gebogener Spitze und fast senkrechten Wänden, an welchen wenig Schnee haftet, überragt der Gipfel den vergletscherten Kamm, dem er entsteigt, um mehr als 1000 m. Das früher für unersteiglich gehaltene Horn wurde 14. Juli 1865 zum ersten male von den londoner Alpenclubbisten Hudson, Whymper, Hadow und Lord Douglas mit drei Führern bestiegen; beim Hinabsteigen glitt Hadow aus und riß seine Nachbarn mit sich, das Seil riß und Hudson, Hadow und Douglas stürzten mit dem Führer Croz in den 1300 metiefen Abgrund. Seither ist die Besteigung sowohl von Zermatt wie von Breil (im Val Tournanche) aus häufig wiederholt worden und gilt, nachdem am Ostfuße des Bergs, beim Hörnli 3298 meüber dem Meere, und am Südabsturz an der sog. Kravatte, 4122 m über dem Meere, Schirmhütten errichtet und die schwierigsten Stellen durch Sprengungen und am Fels angebrachte Ketten und Seile zugänglicher gemacht worden sind, nicht mehr für sehr schwierig. Von den Pässen am Fuße des Bergs sind der Col de Tournanche (3468 m) westlich und das Furggejoch (circa 3300 m) östlich rauhe und schwierige Gletscherpfade; dagegen ist der südöstlich zwischen dem Theodulhorn (3472 m) und dem Kleinen M. (3896 m) gelegene Theodulpaß (oder Matterjoch) trotz seiner Höhe von 3322 m einer der leichtesten und begangensten Gletscherpässe der Alpen. Auf der Paßhöhe, welche die Grenze zwischen Wallis und der ital. Provinz Turin und die Wasserscheide zwischen Rhöne und Po bildet, steht ein kleines Wirtshaus. Der übergang von Zermatt über den Theodul nach Val Tournanche und Chätillon an der St. Bernhardstraße erfordert etwa 13 Stunden. Vgl. Whymper, «Scramples amongst the Alpsv (Lond. 1870; deutsch von Steger, Braunschw. 1872); Studer, «über Eis und Schneey (Bd. 2, Bern 1870); Conway, The Zermatt pocket booko (Lond. 1881).