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ErdkundeBrockhaus 1882

Mark, ein altdeutsches Wort, das zunächst so viel als Erinnerungszeichen bedeutet. Ferner bezeichnet man mit M. oder w. Dun die Grenze eines Landes oder Bezirks u. s. w., daher Markstein und Markscheide, und endlich auch das von bestimmten Grenzen umschlossene Gebiet selbst, daher Dorfmark, Feldmark, Holzmark, wüste Mark u. s. w. In letzterer Bedeutung gebrauchte man im Mittelalter das Wort M. auch von ganzen Ländern, wie der Name Dänemark zeigt, und insbesondere von den Teilen größerer Länder, die an der äußersten Grenze lagen. So hießen namentlich im Deutschen Reich die nach und nach den Slawen, Ungarn und andern feindlichen Nachbarvölkern entrissenen Landesteile Markeno, und insofern sie einem kaiserl. Markgraf (s. d.) anvertraut waren, welcher die unterworfene Bevölkerung im Zaume zu halten und die neuen Grenzen zu überwachen hatte, Markgrafschaften. Solche M. waren die M. sterreich, Nordsachsen oder Brandenburg, Meißen, Lausitz, Schleswig, Mähren, Steiermark, Kärnten, Baden u. s. w. Auch bezeichnet man in einigen Gegenden Deutschlands mit M. noch jetzt kleinere, geschlossene, einer Gemeinde gehörige Bezirke, daher Markgenossen, Markordnungen, Markrecht u. s. w. Vgl. Maurer, „Geschichte der Markverfassung in Deutschlando Erlangen 1856); Thudichum, „Die Gau- und Markverfassung in Deutschlando (Gießen 1860).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 461Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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