Mauser (Wilhelm), namhafter Gewehrtechniker, geb. 2. Mai 1834 zu Oberndorf am Neckar im Königreich Württemberg, arbeitete von früher Jugend an in der dortigen königl. Gewehrfabrik und gewann dadurch Interesse für die Konstruktion von Gewehren, sodaß er bereits 1863 in Gemeinschaft mit seinem Bruder Paul ein Zündnadelgewehr vom Kaliber 14 mm, 1865 ein Gewehr gleichfalls mit Cylinderverschluß, aber mit der Feder im Hebel der Kammer, zur Selbstspannung und für Patronen mit gasdichtem Boden eingerichtet, herstellte. ber J. 1867 siedelten beide Brüder nach Lüttich über und knüpften Beziehungen zur königl. Militärschießschule in Spandau an, welche nach dem Kriege von 1870/71 die verbesserte Gewehrkonstruktion derselben eingehenden Versuchen unterwarf. Während dieser wurden unter Mitwirkung der Erfinder auf Veranlassung der Schießschule an jener Konstruktion mehrfache Anderungen vorgenommen, bis das Gewehr unter der offiziellen Bezeichnung „Infanteriegewehr M/71 für das deutsche Heer (zunächst mit Ausschluß von Bayern) endgültige Annahme fand. Im größern Publikum hat sich die Bezeichnung ⸗Mausergew Ehen für dasselbe eingebürgert. Im J. 1874 erwarben die Gebrüder M. die königl. Gewehrfabrik in Oberndorf und richteten dieselbe zur Anfertigung des M/71 ein, von welchem sie einen größern Auftrag zur Lieferung an Bayern erhalten hatten. Im J. 1881 übernahmen die Gebrüder M. eine Lieferung von 120000 Gewehren an das Königreich Serbien, nach einer Modifikation ihres Gewehrsystems durch den serb. Lieutenant Milanovic. Eine von den Gebrüdern M. angegebene Abänderung des M/71 zum Magazingewehr mit Schaftmagazin unterliegt der Prüfung durch einige Truppenteile des deutschen Heeres. Das Verdienst der Gebrüder M. um die Verbesserung der deutschen Infanteriebewaffnung hat durch eine Reichsdotation Anerkennung gefunden. Wilhelm M. starb 13. Jan. 1882. Vgl. „Allgem. Militär-Zeitungo (Darmst. 1882).