Mausergewehr, volkstümliche Bezeichnung für das deutsche Infanteriegewehr 29•3 (vgl. Mauser und Handfeuerwaffen, Bd. VIII, S. 802 und Taf. II, Fig. 1). Das M. ist eine Fortbildung des Zündnadelgewehrs von Dreyse (s. d.), aus dem Bestreben hervorgegangen, die Konstruktion des Schlosses dem kleinen Laufkaliber und der Metallpatrone anzupassen, wie durch Verminderung der Ladegriffe und erleichterte Handhabung die Feuergeschwindigkeit zu Wori Diesen Bestrebungen mußten einige wichtige Vorzüge des Zündnadelgewehrs, wie die Zerlegbarkeit des Schlosses ohne Instrument und die vorzügliche Art der Sicherung, zum Opfer fallen, sowie einzelne Übelstände in Kauf genommen werden, welche indes mit den Fortschritten in der Anfertigung der Munition mehr zurückgetreten sind. Proben der Kriegstüchtigkeit abzulegen hat das M. noch keine Gelegenheit gefunden, doch gilt es als eins der vollkommensten unter den heutigen Infanteriegewehren. Serbien führt ein modifiziertes M. vom Kaliber 10,15 mm. Bei Jagdbüchsen fand der Mechanismus des M. vielfach Eingang.