Maximilian Joseph, Kurfürst von Bayern seit 17)0 und König 1806—25, geb. 27. Mai 1756 zu Schwetzingen als Sohn des Prinzen und österr. Feldmarschalls Friedrich von Zweibrücken-Birkenfeld und der Maria Franziska, Tochter des Erbprinzen Jos. Karl Emanuel von Sulzbach, kam 1762 nach Zweibrücken unter die Aufsicht seines Oheims, des Herzogs Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken, wurde 1777 als franz. Oberst zu Straßburg seinem Regiment vorgestellt und 1778 zum Generalmajor erhoben. Von 1782 bis zum Ausbruch der Revolution verweilte M. in Straßburg, worauf er nach Mannheim ging. Als sein Bruder, der Herzog Karl II. von Zweibrücken, 1. April 1795 kinderlos starb, folgte er ihm in der Regierung, und nach Erlöschen des pfalz-sulzbachischen Stammes durch den Tod des Kurfürsten Karl Theodor 16. Febr. 1799 wurde er Kurfürst von Bayern und Herzog von Jülich und Berg. Im 1805 schloß er sich dem Rheinbund an und nahm 1. Jan. 1806 den Königstitel an, der ihm im Frieden zu Preßburg 26. Dez. 1805 zugesprochen worden war. Die Universitäten zu Landshut, Erlangen und Würzburg wurden von M. zweckmäßig organisiert, die Akademie der Wissenschaften in München vervollkommnet und 1808 eine Akademie der bildenden Künste gestiftet. Obschon Napoleon I. M. durch die Vermählung von dessen Tochter mit dem Vizekönig Eugen von Italien an sich u fesseln gesucht hatte, trat M. doch durch den Vertrag zu Ried vom 8. Okt. 1813 den Alliierten bei. Auch gab er Bayern 26. Mai 1818 eine Konstitution, nachdem er zuvor den Minister Montgelas, der der Einführung derselben nicht geneigt war, entlassen hatte. Vermählt war M. in erster Ehe seit 1785 mit Wilhelmine Auguste, der Tochter des Landgrafen Wilhelm von Hessen-Darmstadt, und in zweiter seit 1797 mit Karoline Friederike Wilhelmine, der Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig von Baden. Leutseligkeit, Milde und anspruchslose Einfachheit bezeichneten seinen Charakter. Er starb auf dem Schlosse Rymphenburg 13. Okt. 1825; ihm solgte sein Sohn Ludwig I. (s. d.). über die wichtigen territorialen Umgestaltungen, welche Bayern unter seiner Regierung erfuhr, s. unter Bayern, Geschichte, Bd. II, S. 624 fg. Vgl. Söltl, M. J., König von Bayerno (Stuttg. 1837).