Maximilian II., deutscher Kaiser w1564—76, der Sohn und Nachfolger Ferdinands I. (s. d.), geb. 1. Aug. 1527 zu Wien, soll schon in der Jugend durch seinen Lehrer Wolfgang Severus Schifer für den Protestantismus günstig gestimmt worden sein. Nachdem er als Gatte der Tochter Karls V., Maria, und Regent in Spanien 1548—50 und nach einem Besuch in Deutschland noch einmal 1551 residiert hatte, wirkte er 1552 von Wien aus eifrig zum Vertrag von Passau mit und zeigte sich damals wie später als eifriger Gegner der Spanier und Papisten und entschiedener Freund evang. Tendenzen. Doch hielt ihn die Gefahr, das Kaisertum zu verlieren, seit 1558 in den kath. Schranken fest. So wurde er Sept. 1562 König von Böhmen. zwei Monate darauf röm. König und im Sept. 1563 König von Ungarn. Sein Bruder Ferdinand erhielt Tirol und Vorderösterreich, der andere, Karl, Steiermark, Kärnten, Krain und Görz. Während diese Erzherzöge den Protestantismus in ihren Ländern bekämpften, duldete wenigstens M. ihn in Osterreich, Böhmen und Ungarn. Mit der Zeit lenkte er jedoch immer mehr in röm. und span. Bahnen ein. Die in der «Deklaratione Ferdinands 1555 bewilligte Freistellunge der Stifter gewährte er den Protestanten nicht; 1566 machte er auf dem Reichstag zu Augsburg den Versuch, den calvinischen Kurfürsten Friedrich III. von der Pfalz von dem Religionsfrieden auszuschließen. Der Türkenkrieg, den Soliman der Prächtige noch einmal 1566 unternahm, ward trotz des Heldenkampfs Zrinyis in Szigeth Febr. 1568 dadurch beigelegt, daß M. den Croberern alle ungar. Besitzungen ließ und einen jährlichen Tribut versprach. Er gründete die Universität Olmütz (1567). Sein Tod erfolgte 12. Okt. 1576, nachdem er Dez. 1575 durch eine Minderheit gegen Stephan Bathori zum König von Polen erwählt war. Von den 15 Kindern, die ihm seine Gemahlin geboren hatte, folgte ihm in der Kaiserwürde und in den österr. Erblanden sein ältester Sohn, Kaiser Rudolf II. (s. d.). Vgl. Ranke, aüber die Zeiten Ferdinands J. und M. II. (Sämtliche Werken, VII.