FeedMonotheismus
ReligionBrockhaus 1882

Monotheismus (grch.) heißt die Anerkennung und Verehrung eines einzigen Gottes. Dem M. entgegen steht der Polytheismus (s.d.) oder die Vielgötterei. Die Verehrung eines einzelnen Schutz-oder Stammgottes ist noch nicht M. im strengen Sinne, wohl aber ist sie geschichtlich der Ausgangspunkt des wirklichen M. gewesen. Als Grundlage einer Volksreligion erscheint der M. in der Alten Welt einzig und allein bei den Hebräern und auch unter diesen als bewußter und allgemein festgehaltener Glaube der Nation erst nach einer Entwickelung von vielen Jahrhunderten. Jesus Christus lehrte diesen Herrn und König IJsraels als den liebenden Vater aller Frommen, diese selbst als Söhne Gottes erkennen, die, in der Liebe mit dem Vater geeint, die Macht seiner Liebe im eigenen Herzen erfahren. Hierdurch war gleichzeitig mit dem rein sittlichen Verhältnis des Menschen zu Gott der religiöse Universalismus begründet, welcher Gott nicht bloß als den Gott der Juden, sondern als den Gott aller Menschen und Völker verehren lehrte. Eine Reaktion gegen diese Lehre bezeichnet der Mohammedanismus, der aber nur den abstrakten M. des Judentums erneuerte, ohne den tiefern Gehalt destchristl. Gottesglaubens zu würdigen. (S. Gott und Christentum.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 828Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6