FeedMeier (Ernst Heinr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Meier (Ernst Heinr.), verdienter Exeget und Sprachforscher, geb. 17. Mai 1813 zu Rusbendt im Fürstentum Schaumburg-Lippe, studierte in Jena, Göttingen und Tübingen, habilitierte sich 1841 an der tübinger Universität, an der er 1848 eine Professur für semit. Sprache und Litteratur erhielt und bis zu seinem Tode, 2. März 1866, wirkte. M. veröffentlichte namentlich: „Hebr. Wurzelwörterbuchn (Mannh. 1845), «über die Bildung und Bedeutung des Plural in den semit. und indoliche Form des Dekalogsv (Mannh. 1846), der Kommentar zum Jesaia (Bd. 1, Pforzh. 1850), die Übersetzungen der poetischen Bücher (2 Bde., Tüb. 1851—54) und der prophetischen Schriften (Tüb. 1863) des Alten Testaments, die Untersuchung über „Die Form der hebr. Poesies (Tüb. 1853) und die „Geschichte der poetischen Nationallitteratur der Hebräer» (Lpz. 1856). Ferner sind zu erwähnen M.s Erklärung phöniz. Sprachdenkmaler (Tüb. 1860) und eine Abhandlung über die nabatäischen Inschriften in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschafto (Jahrg. 1863). Von den Klassischen Dichtungen der Indery (3 Bde., Stuttg. 1847 —54) lieferte er übertragungen von Nal und Damajantiv, «Sakuntalar und ind. Liedern. Ein Verdienst erwarb sich M. durch die Sammlungen: „Deutsche Kinderreime, Sprüche, Rätsel und Spiele aus Schwaben » (Tüb. 1851), (Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben » (2 Bde., Stuttg. 1852); «Deutsche Märchen aus Schwabeno (Stuttg. 1852; 3. Aufl., Stuttg. 1864) und „Schwäb. Volksliedero (Stuttg. 1854). Eine Sammlung eigener Gedichte gab M. unter dem Pseudonym Ernst Minneburg (Tüb. 1852) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 585Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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