FeedMeibom (Heinr.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Meibom (Heinr.), der Altere, geb. 4. Dez. 1555 u Lemgo, gest. 20. Sept. 1625 als Professor der desie und Geschichte zu Helmstedt, bekannt durch mehrere Schriften um die deutsche Geschichte. Sein Sohn, Johann Heinrich M., ein gelehrter Arzt, geb. 27. Aug. 1590 zu Helmstedt, gest. als Leibarzt des Erzbischofs zu Bremen in Lübeck 16. Mai 1655, gab außer mehrern mediz. Schriften eine Vita Maecenatiso (Leid. 1653) heraus. Des letztern Sohn, Heinrich M., geb. in Lübeck 29. Juni 1638, studierte in Helmstedt und auf einigen holländ. Universitäten, wurde 1661 in Helmstedt Professor der Medizin, 1678 der Geschichte und Dichtkunst und starb daselbst 26. März 1700. In der Anatomie erhält sich sein Andenken durch die nach ihm genannten Meibomschen Drüsen (s.d.); ferner durch seine Untersuchungen der Mutterschlagadern, der Klappen der Gefäße in Betreff des Kreislaufs und des Thränengangs und durch die Entdeckung des blinden Lochs in der Zunge (Meibomsches Loch) und der benachbarten Warzen. Geschätzter noch als seine mediz. Schriften sind die historischen, welche meist Deutschland betreffen, namentlich seine Ausgabe der Rerum Germanicarum scriptoreso (3 Bde., Helmst. 1688). Markus M., ein Verwandter des vorigen, geb. 1630 in Tönningen, gab namentlich die ntiquae musicae scriptores septem Graeci et Latinio (2 Bde., Amsterd. 1652), sowie den Vitruv und Diogenes von Lärte heraus. Eine Zeit lang lebte er an dem Hofe der Königin Christine von Schweden, dann in Kopenhagen, wo er zum königl. Rat und Professor zu Soröe ernannt wurde. Später kam er als Präsident des Zollamts nach Helsingör. Seine Heftigkeit verwickelte ihn jedoch in so viele Streitigkeiten, daß er auch diese Stelle niederlegte und sich als Professor der Geschichte nach Amsterdam begab. Auch hier entlassen, reiste er nun nach Frankreich und England, kehrte indes wieder nach Amsterdam zurück, wo er 1711 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 585Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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