Australier, die Urbewohner des austral. Festlandes, welche nach den neuern Untersuchungen eine eigene, von den Bewohnern der umliegenden Inseln verschiedene Rasse bilden. Die A. haben schlichtes, seidenartiges, leicht zur Verfilzung ge-e neigtes Haar, während das Haar der umliegenden sür elbewohner kraus ist und, wenn gekämmt und orgfältig gepflegt, zu einer aus Büscheln bestehenden —.— erücke sich gestaltet. Die Hautfarbe der A. ist dunkelbraun; die Stirn 2 Wein und schmal; die Augen klein, Hunin das Weiße derselben hat einen .½ nflug. Die Nase ist groß, an der Glabella tief eingedrückt, dagegen unten breit, mit t ar Löchern. Der Mund ist groß, f4 und mit starken weißen Zähnen versehen. as Gesicht des Mannes bedeckt ein ich un der dichter Bart; auch der Körper zeichnet sich in der Regel durch eine reich entwickelte Behaarung aus. Die Schädelform ist dolichocephal, prognath (Breiten-Index 71.49 nach Broca). Das Knochengerüst ist fein und zierlich, die Gliedmaßen mager, dagegen der Bauch Huen lich infolge der ungleich verteilten schlechten Nahrung von großem Umfange. Gleichwie bei den Negern Afrikas ist auch hier der Mangel der Waden hervorzuheben. Die A. sind im ganzen freundlich und rertten W. dabei heiter und fröhlich, obschon bei der ersten Berührung mit den Europäern sehr scheu und mißtrauisch; auch sind sie treu und ehrlich. Bei allen diesen guten Eigenschaften aber zeigen sie eine große Roheit. Fast ganz nackt, böchstens mit einem Tierfell bekleidet, ziehen sie in Familien oder höchstens in kleinen orden ohne faer Wohnsitze umher, wenn sie auch hier und da elende Hütten aus Zweigen bauen. hre Fahrzeuge sind floßartige Kähne, ihre Waffen peer, Keule, Schild und Bumerang. Sie kennen den Ackerbau nicht, und ihre Nahrung sind Fische, Muscheln, Wurzeln, einige Samen wildwachsender Getreidearten sowie die am Murnn der Jagd. Von Kunstfertigkeit hat man am Murray das Flechten von Binsenkörben gefunden sowie einzelne erkennbare Zeichnungen an Felsen, wenn diese nicht malaiischem Cinstusse zugeschrieben werden müssen. Ihre Religionsbegriffe sind höchst einfach und roh. Fine staatliche 4. ist ihnen unbekannt. Die Zersplitterung in einzelne Familien erklärt die bei einem in jeder Hinsicht so gleichartigen Volksstamme auffallende Verschiedenheit unter den Dialekten ihrer Sprache, welche durch einen großen Reichtum der Flexionsformen ausgezeichnet ist. (Val. F. Müller, Grundriß der Sprachwissenschaft, Bd. 2, Wien 1879.) Alle europäischerseits gemachten Versuche, die A. zu unterrichten sowie sie zu einem seßhaften Leben zu gewöhnen, sind fehlgeschlagen. Man hat sie als Hirten und Schäfer verwendet, als welche sie sich heie brauchbar erweisen, selbst als nützliche Sicherheitswache für entfernte Weideplätze. Sie ziehen sich vor den europ. Ansiedlern zurück und gehen raschen Schritts ihrem völligen Untergange entgegen. Daß die intellektuellen Fähigkeiten der A., die man infolge ihrer Roheit und Unbildsamkeit sehr zu unterschätzen pflegt, keine ganz geringen sind, beweist die außerordentliche Schlauheit im Erhaschen ihrer Beute, vor allem die Bildung ihrer Sprache, sowie nicht unerhebliche Spuren von Poesie und einzelne schöne mytholog. Anschauungen. (Hierzu eine Tafel: Australische Rasse und Kultur.) Litteratur; Waitz, «Anthropologie der Naturvölkerd (Bd. 6, Lpz. 1871); F. Müller, «Allgemeine Ethnographie v (2. Aufl., Wien 1879); Reise der österr. Fregatte Novara um die Erde in den J. 1857, 1858, 1859 »„, Anthropol. Tl., 3. Abteil.: &Ethnographies, bearbeitet von F. Müller (Wien 1869).