Melo (Don Francisco Manuel de), eigentlich Mello, portug. Dichter und span. Geschichtschreiber, geb. 23. Nov. 1611 zu Lissabon, aus einer altadeligen, mit den Braganzas verschwägerten Familie, trat im 17. Jahre in Militärdienste. Als 1640 Portugal von Spanien sich trennte, begab er sich nach Lissabon, wo er im diplomatischen Dienste Verwendung fand. Seine Feinde klagten ihn fälschlich des Meuchelmordes gegen Francisco Cardoso an, infolge dessen M. jahrelang eingekerkert, seiner Güter verlustig erklärt und nach Brasilien verbannt wurde. Doch erwirkten Ludwig XIII. und der Kardinal Mazarin 1648 seine Zurückberufung. M. starb zu Lissabon 13. Okt. 1666. Seine berühmteste Arbeit ist die KHistoria de los movimientos, separacion y guerra de Cataluua en tiempo de Felipe IV. v, welche er zuerst zu Lissabon 1645 herausgab, und von der zahllose Auflagen erschienen, die beste von Vicente Ferrer (2 Bde., Par. 1826—32), wieder abgedruckt in Ochoas Tesoro dé historiadores espanoleso (Par. 1840) und im 21. Bande der Biblioteca de autores espanoleso (Madr.). Fortgesetzt ward sie von Jaime Tis (Madr. 1875 u. öfter). In der Geschichte der portug. Litteratur nimmt M. eine hervorragende Stellung ein; das Lustspiel 0 fidalgo aprendizo ist ein echt nationales humorvolles Sittenbild; die Eglogaso und «Cartasv sind im Geiste des 16. Jahrh. geschrieben. Die Prosawerke 40O˙Hospital das lettraso und Apologes dialogaeso sind nach Inhalt und Sprache gleich vorzüglich. M.s span. Gedichte, besonders die satirischen und komischen, sind im Geschmack seines Freundes Quevedo geschrieben: &0bras metricas: Ias tres musas de Melodinos (Lissab. 1649 u. Lyon 1665). Nur derjenige Teil, der den Titel As segundas tres musaso trägt, umfaßt portug. Poesien.