FeedMemleben
ErdkundeBrockhaus 1882

Memleben, Dorf an der Unstrut, im Kreise Eckartsberga des Regierungsbezirks Merseburg der preuß. Provinz Sachsen, mit 660 E., ist für die Geschichte der Baukunst von Interesse wegen der Ruine des daselbst im 10. Jahrh. angeblich von Mathilde, der Gemahlin König Heinrichs I., gestifteten Benediktinerklosters. Dasselbe wurde von Kaiser Otto II. und seiner Gemahlin Theophania in eine Abtei verwandelt und sehr reich ausgestattet und fiel dann an das Stift Hersfeld. Die Klosterkirche war eins der schönsten Bauwerke aus der übergangsperiode des byzant. in den got. Baustil; noch sind von ihr Ruinen erhalten, auf denen sich Wandmalereien befinden; die herrliche Krypta wurde in neuerer Zeit durch die Fürsorge der preuß. Regierung teilweise restauriert. M. war der Lieblingsaufenthalt der deutschen Kaiser aus dem sächs. Hause; Heinrich I. und Otto I. starben daselbst. Vgl. Wilhelm, «Geschichte des Klosters M.y (Naumb. 1827); Puttrich, Die Kirchen zu M., Schraplau und Trebenv (Lpz. 1837).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 609Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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