FeedAltenzelle
GeschichteBrockhaus 1882

Altenzelle, ehemaliges Cistercienserkloster an der Freiberger Mulde, bei Nossen im Königreich Sachsen, 1162 von Markgraf Otto dem Reichen von Meißen gestiftet, reich dotiert und 1175 mit Mönchen aus dem Kloster Pforta besetzt, zeichnete sich vornehmlich im 13. und 15. Jahrh. durch 1 4 Pflege der Wissenschaft und Litteratur aus; seine schon im 14. Jahrh. blühende Klosterschule ist als i die erste bedeutende sächs. Bildungsanstalt zu betrachten. In der 1347 von Markgraf Friedrich dem Ernsten im Bezirk der Klostermauern erbaute Fürstenkapelle wurden die meißnischen Fürsten von Markgraf Otto dem Reichen an bis auf Friedrich den Strengen und dessen Gemahlin Katharina von Henneberg (gest. 1397) beigesetzt. Die in A. abgefaßten, als Chronicon Vetero-Cellense majuso und «Chronicon minuso bei Mencken in den Scriptores rerum germanicarum„ (Bd. 2) abgedruckten Annalen sind für die sächs. Geschichte nicht ohne Wert. Bei der Säkularisation des Klosters 1544 kam die an Büchern und Manuskripten reiche Bibliothek an die leipziger Universität. Die Fürstenkapelle wurde 1787 von Friedrich August III. restauriert. Gegenwärtig ist A. ein Kammergut der königlichen Familie. Vgl. von Martius, «Altenzelle (2 Bde., Freib. 1822—23); Beyer, Das Cistercienserstift und Kloster A.v (Dresd. 1855).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 491Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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