Cuẽva (Juan de la), span. Dichter des 16. Jahrh. wurde um 1550 zu Sevilla geboren und starb nach 1608. Er versuchte sich in den meisten Dichtungsgattungen und in einigen zuerst unter seinen Landsleuten. Es fehlte ihm weder an Talent noch an Kenntnissen, und besonders besaß er eine große Leichtigkeit in der Behandlung der Sprache und des Versbaues, wodurch er freilich auch zu allzu schnellem und vielartigem und daher sehr ungleichem Arbeiten verleitet wurde. Dazu kam noch, daß seine Blütezeit in die Üübergangsperiode von dem altnationalen zum modern-klassischen Stile fiel, was seinen Werken einen schwankenden Charakter verlieh. Theoretisch trat er für den letztern im «Dichterischen Beispielo ein (Ejemplar posticop, 1605; abgedruckt in Sedanos Parnasoy 1774), dem ältesten Versuch einer Poetik in Spanien, bestehend aus drei Sendschreiben in dreizeiligen Stanzen. Ganz wertlos ist ein anderes Lehrgedicht von ihm, betitelt (Los Inventores de las cosas o (1608), eine Nach-Darnd des Polydorus Virgilius, die auch in den „Parnaßo des Sedano aufgenommen ward. Von seinen Arbeiten sind zu erwähnen: die 4Obrasv (Sevilla 1582), enthaltend lyrische Gedichte, Sonette, Canzonen, 5˙⁷ CEklogen und die «Totenklage der Venus um AÄdoniso in Oktaven, im ital.⸗ afier Stile; Coro Febeo de romances historialeso (Sevilla 1587—88), zehn Bücher von mehr denn 100 f elbstverfaßten histor. Kunstromanzen, von denen die meisten Gegenstände der altklassischen Geschichte und 0fe beha und nur einige wenige vadeichicte d Stoffe behandeln, durch die Wahl und geschickte Behandlung der nationalen Form beachtenswert; La conquista de la Bética (Sevilla 1603; auch in Fernandez' Sammlung span. Dichter, Bd. 14 u. 15, Madr. 1795, und in der «Selectap von Quintana, Madr. 1830—33), ein Heldengedicht in 24 Gesängen und in Oktaven, worin er die Eroberung Sevillas durch den König Ferdinand III. von Castilien besingt, das aber trotz der glücklichen Wahl des Gegenstandes und des Aronttenurtig Plans überaus matt und prosaisch chronikenartig ausgeführt ist, übrigens Tassos «Befreites Jerusalem v zum Vorbilde hatte. Von großer Wichtigkeit ist die Primera parte de las comedias y tragedias o (Sevilla 1583 [2I u. 1588). Sie enthält vier Tragödien und zehn Komödien, in denen entweder volkstümliche Stoffe, wie 4 Bernardo del Carpiov, Los Infantes de Larav, oder Begebenheiten aus der alten Geschichte, Ajaxy, aVirginiao, oder freie Erfindungen, EI degolladon, EI Viejo enamorados, das Motiv bilden. So unvollkommene Versuche sie auch in Bezug auf Führung der Handlung und Charakteristik der Personen sind, so sichern sie ihm doch eine bleibende Stellung in der Geschichte des span. Dramas, einmal darum, weil C. der erste war, der eigentlich histor. Schauspiele auf die span. Bühne brachte, und dann, weil er seinen Dramen die eigentümliche metrische Mannigfaltigkeit verlieh, welche das span. Drama der folgenden Zeit charakterisiert. Bemerkt zu werden verdient auch, daß sein (Verleumdero, &0 Infamadoro, das freilich Lwil zu erkennende Urbild des Verführers von Sevillav zeichnet (Tirso de Molina), der später unter dem Namen Don Juan zu dem weltbekannten Typus ward. Es Neht abgedruckt in Ochoas Tesoror (Bd. 1, Par. 1838). C.s sämtliche Bühnenstücke sollen zwischen 1579 und 1580 in Sevilla dargestellt worden sein, doch nicht öffentlich, sondern in einem Privatgarten. Eine Gesamtausgabe von C.s seltenen Werken existiert nicht: für die „Biblioteca de autores espanoleso sind nur seine Romanzen verwertet worden (Bd. 10 u. 16). Einiges Handschriftliche von ihm soll in Sevilla aufbewahrt werden, darunter eine Sammlung aller seiner lyrischen Poesien. Vgl. Semanario pintoresco de 18465, Hijos ilustres de Sevillao fi 1850)