Menschikow (Alex. Sergewitsch, Fürst), Enkel des letztgenannten, russ. Admiral, Marineminister und Generaladjutant des Kaisers Nikolaus, geb. 11. Sept. 1787, war kurze Zeit Attaché bei der Gesandtschaft in Wien, machte als Flügeladjutant des Kaisers Alexander die Feldzüge 1812—15 mit, stieg bis zum Generalmajor und Kommandanten des kaiserl. Hauptquartiers, nahm aber 1823 mit Kapodistrias, Stroganow u. a. seine Entlassung, weil die von ihnen gewünschte Einmischung Rußlands zu Gunsten Griechenlands nicht stattfand. Nach der Thronbesteigung des Kaisers Nikolaus ward M. nach Persien abgeschickt, um ein Bündnis mit der Türkei abzuschließen, fand aber den Schah zum Kriege entschlossen und nahm auf seiner Rückkehr an den ersten Ereignissen desselben teil. Im türk. Feldzug von 1828 eroberte er Anapa und Varna, wo er bei einem Ausfall der Garnison schwer verwundet wurde. Nach seiner Genesung trat er als Vizeadmiral an die Spitze des russ. Seewesens. Seit 1831 auch Generalgouverneur von Finland, wurde M. 1834 zum Admiral befördert und übernahm 1836 die Leitung des Marineministeriums. Vot März 1853 erschien er als außerordentlicher Botschafter in Konstantinopel, um die wegen der heiligen Stätten entstandenen Streitigkeiten zu .— und zugleich die Pforte zur Anerkennung des russ. Protektorats über die griech.⸗kath. Bevölkerung zu zwingen. M. trat hierbei sehr schroff und rücksichtslos auf, verhinderte jede Verständigung, brach die Unterhandlungen ab und schiffte sich 21. Mai wieder nach Odessa ein. Damit wurde der Orientkrieg eingeleitet, nach dessen Ausbruch M. zum Oberbefehlshaber der aur Land⸗ und Seemacht in der Krim ernannt wurde. Die Aus-Conversations-Lexikon. 13. Aufsl. XI. schiffung des brit.⸗franz. Heeres vermochte er nicht zu hindern, und 20. und 21. Sept. 1854 wurde er an der Alma geschlagen. Ein Versuch, das von den Verbündeten belagerte Sewastopol zu entsetzen, ward durch die Schlacht von Inkerman, 5. Nov. 1854, vereitelt. Doch verteidigte er Sewastopol mit Erfolg mehrere Monate hindurch, bis er im März 1855, schwer erkrankt, vom Oberkommando zurücktrat. Kurz vor dem Frieden von 1856 erhielt er den Oberbefehl in Kronstadt. Er starb 2. Mai 1869 zu Petersburg. — Sein einziger Sohn, Fürst Wladimir M., ist seit 1857 Generallieutenant und Generaladiutant des Kaisers. [(J. d.).