Fadejew (Rastislaw Andrejewitsch), russ. General und Schriftsteller, geb. 1824 als Sohn eines russ. Staatsrats und der Fürstin Dolgoruki, erhielt seine militärische Erziehung in der Artillerieschule zu Petersburg, verließ aber dann den Militärdienst. Erst 1850 trat er wieder in denselben ein, nahm 18 Jahre ununterbrochen an den Kämpfen im Kaukasus teil, dazwischen auch am asiat.⸗türk. Kriege 1853—56 und an der Verteidigung von Sewastopol. Darauf wurde er Adjutant des Marschalls Barjatinskij und kurze Zeit des Großfürsten Michael Nikolajewitsch. Nach Besiegung des westl. Kaukasus avancierte er zum Generalmajor, verließ aber dann bald den Schauplatz seiner bisherigen Thätigkeit. In der darauf folgenden Polemik Barjatinskijs gegen die damals geplanten Militärreformen in Rußland war F. sein Ha tgehilfe, schrieb eine Anzahl Schriften in der Ange egenheit, nahm aber 1871, als sich die Opposition als erfolglos erwies, seinen Abschied. Zwei Ahiccht später wurde er offtziell aufgefordert, seine Ansichten darzulegen, ward 1875 —76 in einer Mission nach Agypten gesandt und während des russ.⸗turk. Kriegs 1877 aus dem Hauptquartier nach Serbien und Montenegro, wo er an der Belagerung von Antivari teilnahm. Seit 1880 steht er wieder im russ. Staatsdienst. Unter dem Titel „Sechzig Jahre aus den Kaukasuskriegen» (russ., Tiflis 1860) gab F. eine Geschichte der russ. Kämpfe im Kaukasus 1 derselben folgten „Briefe aus dem Kaukasusv (russ., Petersb. 1865). Das meiste Aufsehen, nicht bloß in Rußland, sondern auch im übrigen Europa, machten jedoch das Werk Die russ. Kriegsmachtv (Mosk. 1868; deutsch von J. Eckardt, Lpz. 18700, sowie die durch die kritischen Beurteilungen desselben veranlaßte Schrift „Meine Ansicht über die Orientalische Fragey (Petersb. 1870; deutsch in F.s Neueste Schriften», Teschen 1871). Er stellte darin die Ansicht auf, daß als Vorbedingung zu einer Lösung der Orientalischen Frage im russ. und slaw. Sinne die Zerstörung des österr. Staats nötig sei, welcher dann notwendig ein Krieg zwischen Preußen-Deutschland und Rußland, als dem Vertreter des Slawentums, folgen werde, wenn sich nicht beide Großmächte über ein friedliches Einhalten ihrer natürlichen Grenzen einigten. Einen großen litterarischen Erfolg erzielte er mit seinen Briefen über die gegenwärtige Lage Rußlandso, die nach dem Regierungsantritt Alexanders III. zuerst in Leipzig 1881 (in russ. und deutscher Ausgabe) erschienen, in Rußland erlaubt wurden und dann dort (russ.) noch le Rero Auflagen erlebten. Obgleich für liberale Reformen, wie Preßfreiheit, landschaftliche Selbstverwaltung u. a. auftretend, erweist er sich darin als entschiedener Anhänger der moskauer Richtung, und sein eigentlicher Zweck ist nur, den zarischen bsolutismus zu regenerieren. Flachs, Wolle u. s. w.) zusammengedrehtes Stück, arn oder Zwirn, von unbestimmter oder bestimmter Länge.