Menstruation oder Monatliche Reinigung (menses), auch Regel, Periode. Menorrhöe oder Katamenien, die den Frauen und auch einigen weiblichen Säugetieren eigentümliche Blutausscheidung durch die Gebärmutterschleimhaut, welche mit der Ges ihgen Jahr eintritt und bis zu Ende der zeugungsfähigen Jahre periodisch wiederkehrt. Sie begleitet die Lösung und den Austritt eines reifen und befruchtungsfähigen Eichens aus dem Eierstocke in den Eileiter und durch diesen in die Gebärmutter. Ihr erstes Erscheinen, das häufig mit mannichfachen Beschwerden verbunden, naturgemäß aber ohne alle krankhaften Zufälle stattfindet, fällt in den gemäßigten Klimaten in das 13. bis 15. Lebensjahr, dagegen in südl. Ländern schon in das 9. bis 12., in nördl. Gegenden erst in das 18. bis 20. Lebensjahr. Der Blutabgang dauert mehr oder weniger stark drei bis vier, oft aber auch acht Tage, hört dann von selbst auf und kehrt hierauf alle vier Wochen, oft mit dem Tage, regelmäßig zurück. Doch gibt es auch Frauen, welche alle drei Wochen, ja alle 14 Tage menstruieren. Die Menge des in der genannten Zeit tropfenweise ausfließenden Blutes, welches die Eigentümlichkeit hat, nicht wie anderes Blut zu gerinnen, richtet sich hauptsächlich nach der körperlichen Beschaffenheit, der Lebensweise, dem Beruf u. s. w., und beträgt im Durchschnitt 150—200 g. Obwohl die M. an sich ein physiol. Vorgang ist, so ist sie doch häufig von gewissen Beschwerden begleitet, die sonst nur bei pathol. Prozessen vorkommen; viele menstruierende Frauen klagen über Kreuz⸗ und Rückenschmerzen, über stechende und zerrende Empfindungen in der Beckengegend und den Brüsten, über Hitzegefühl abwechselnd mit Frösteln und über Appetitlosigkeit, auch stellen sich während der M. häufig Eingenommenheit des Kopfes, Abspannung, Unlust zu geistigen Anstrengungen und eine gewisse Reizbarkeit des Gemüts wie der Sinnesorgane ein. Bei andern Frauen dagegen verläuft die M. ohne jedwede subjektive Symptome. Bei eintretender Schwangerschaft verschwindet die M. entweder sogleich und völlig, was der gewöhnlichere Fall ist, oder sie kehrt während der ersten Monate nach stattgefundener Empfängnis noch einigemal, aber schwächer, zurück, hört dann ganz guf und siellt sich oft nicht eher wieder ein als nach Beendigung des Säugens. Abgesehen von solchen Unterbrechungen, die auch infolge von Krankheiten eintreten können, währt der monatliche Blutabgang so lange fort, als die Zeugungsfähigkeit des Weibes dauert, und verschwindet naturgemäß erst mit dieser für immer. Die Zeit des Nachlassens der M. (Menopause genannt) fällt meist zwischen das 40. und 50. Lebensjahr, in die sog. Involutionsperiode oder Klimakterischen Jahre (s. d.). Die M. bietet eine Menge Abweichungen dar, welche einesteils Folgen gestörter Gesundheit sind, andernteils mehr oder weniger auf das übrige Befinden des Weibes einwirken und so die Quelle sehr verschiedenartiger Krankheiten werden können. Die allzu reichliche menstruale Blutung, Menorrhagie, ist die Folge sehr verschiedenartiger und zahlreicher Krankheitszustände und bedarf unter allen Umständen einer woräsamen ärztlichen Behandlung. (S. unter Gebärmutterkrankheiten, Bd. VII, S. 6094.) über das Ausbleiben der M. s. Amenorrhöe, über erschwerte und schmerzhafte M. s. Dysmenorrhöe.