Mentel (Johann), Buchdrucker, war zur Zeit der Erfindung der Buchdruckerkunst Goldschreiber in Straßburg, erhielt als solcher wahrscheinlich gedruckte Bibeln, um die Initialbuchstaben derselben zu verzieren, und trat mit Gutenberg, nach dessen Streite mit Fust in Verbindung, denn er druckte nachweisbar zu Straßburg bereits um 1460, obgleich sein erster datierter Druck die Jahreszahl 1473 aufweist. Nach seinem Tode (1478) wurde die Druckerei von seinem Schwiegersohn Adolf Rausch (Ruschius) fortgeführt. Sein Enkel, der Buchdrucker Johann Schott, gab in einem Historienbüchlein (1536) seinen Großvater als den Erfinder der Buchdruckerkunst aus, dem Gutenberg die Erfindung gestohlen habe, ein Märchen, das viel Glauben fand.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 627Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei