Fust (Joh.), bekannt als der Kompagnon Gutenbergs, war ein Brger zu Mainz und trat um das Jahr 1450 mit Gutenberg, der zum Druck einer Bibel Geld bedurfte, in eine Verbindung, welche aber nach kurzer Zeit infolge eines Streites gelöst wurde. Es ist bezüglich dieses Streites zwar die Abschrift eines Notariatsaktes vorhanden, aber nach den kritischen Untersuchungen Faulmanns (Illustrierte Geschichte der Buchdruckerkunsto, Wien 1882) sind gegen dessen Echtheit große Bedenken vorhanden. Jedenfalls war die Folge des Streites, daß Fust, der das zum Unternehmen nötige Geld vorgestreckt hatte, das Druckereimaterial erhielt, mit welchem er die 42zeilige Bibel (s. Buchdruckerkunst, Bd. III, S. 653) beendigte, nachdem er sich mit Peter Schöffer (. d.),einem Arbeiter Gutenbergs, associiert hatte. Die 42zeilige Bibel enthält zwar keinen Namen des Druckers, aber ihre Typen kamen in spätern Drucken Schöffers zur Anwendung, und auf dem ersten datierten Drucke, dem Psalter von 1457, nennen sich Fust und Schöffer als Drucker desselben, weshalb ihnen auch der Druck oder die Vollendun der 42zeiligen Bibel zugeschrieben wird. Um sich Schöffer dauernd zu verbinden, gab ihm F. seine Tochter Christine zur Frau. Im Jahre 1462 wurde F.s Druckerei bei der ECroberung von Mainz zerstört, aber bereits 1464 waren ihre Pressen wieder in Thätigkeit. Im Sommer 1466 begab sich F. nach Paris, um den Verkauf ihrer Verlagswerke zu betreiben; hier scheint er aber an der zu jener Zeit herrschenden Pest gestorben zu sein, denn im folgenden Runta nennt sich Schöffer als Drucker allein. Der Umstand, daß Gutenberg sich auf keinem Druckwerke genannt hat, wurde später benutzt, um F. die Ehre der Erfindung der Buchdruckerkunst zuzuschreiben; zuerst geschah dies von seinem Enkel Joh. Schöffer 1509, obgleich derselbe kurz der 1505, öffentlich Gutenberg als den Erfinder der Buchdruckerkunst genannt hatte; später wollte man sich damit begnügen, ihn als Miterfinder zu betrachten, und als solcher figuriert er auf manchen Monumenten. Erwägt man aber, daß F. nicht nötig hatte, Schöffer als Kompagnon anzunehmen, wenn er selbst technische Kenntnisse des Druckverfahrens besaß, so wird man folgern müssen, daß F. einzig der Geldgeber und Verbeger war; seine Verdienste um die merkantile Förderung der jungen Kunst mögen unbestritten bleiben. ustage, vom altfrz. fust (Faß), frz. futaille (im Sinne von Faßwerk), ungeeignet auch wohl Fastage, wird in der Handelssprache ziemlich gleichbedeutend mit Emballage gebraucht, indem man darunter das Material versteht, dessen man sich zum Einpacken der Waren und anderer Gegenstände bedient. In der Schiffssprache versteht man unter F. besonders die Fässer und sonstigen Gefäße, in welchen die Flüssigkeiten aufbewahrt werden.