Meteorologische Apparate nennt man alle diejenigen Instrumente, welche benutzt werden, um den Zustand der Erdatmosphäre in einem bestimmten Zeitpunkt oder für eine begrenzte Periode der Beobachtung und wenn möglich Messung zugänglich zu machen. Es gehören also dahin, erstens Apparate, welche eine direkte Ablesung der durch sie zu bestimmenden Größen gestatten: Barometer, Thermometer, Hygrometer, Windfahne, Anemometer, Regenmesser, auch wohl Instrumente zur Bestimmung der Zugrichtung und Höhe der Wolken und eventuell noch solche zur Bestimmung der Luftelektricität; zweitens solche Apparate, welche, zu denselben Zwecken dienend wie die obengenannten, eine Einrichtung besitzen, die gestattet, daß die durch sie beobachteten meteorolog. Elemente eine sehr Nussee etwa von 10 zu 19 Minuten, erfolgende ufzeichnung erfahren. Viele der neuern Instrumente, welche den allgemeinen Namen meteorolog. Registrierinstrumente führen, sind sogar so eingerichtet, daß eine kontinuierliche Aufzeichnung der Erscheinungen erfolgt. Zu der letzten Gattung gehört namentlich der Sprungsche Wagebarograph und der Barothermograph, während zu den erstern der gewöhnliche Barograph, ferner die verschiedenen Thermographen, der Anemograph mit mechan. oder elektrischer Registrierung, die automatischen Regenmesser oder Ombrographen zu rechnen sind. An die kontinuierlich verzeichnenden Zeit in eun schließt sich auch der seit der neuesten eit in Verwendung befindliche sog. Sonnenschein-Autograph an, ein Apparat zur selbstthätigen Aufdictzun er Dauer des Sonnenscheins und also inirekt zur Beobachtung der Wolkenhäufigkeit. Auch das Spektroskop (s. d.) findet jetzt mannigfach Verwendung in der Meteorologie. Ausführliche Beschreibungen der einzelnen Apparate, meist auch mit deren Theorien, s. unter den Spezialartikeln und Meteorologische Station ist die Bezeichnung für einen Ort, an dem fortlaufend regelmäßige meteorolog. Beobachtungen in größerer oder geringerer Ausdehnung angestellt werden. Je nach dem Umfange dieser Beobachtungen richtet sich natürlich die Ausrüstung der Station mit Instrumenten und die Ordnungszahl, mit der man dieselben belegt. Man unterscheidet im allgemeinen Stationen erster, zweiter, dritter und vierter Ordnung. Die Stationen erster Ordnung, zu denen auch die Centralstellen der einzelnen Länder (3. B. die Deutsche Seewarte in Hamburg, die österreichische meteorolog. Anstalt bei Wien u. s. w.) gehören, sind mit fämtlichen Apparaten zur Beobachtung der atmosphärischen Erscheinungen ausgerüstet, meistens sogar in mehrfacher Form. Es müssen also vor allem vorhanden sein: ein Normalbarometer und ein oder mehrere Kontrollbarometer, Thermometer in ausreichender Anzahl, Maximum⸗ und mung der Bodenwärme an der Oberfläche und in verschiedenen Tiefen, Windfahne und Instrumente zur Bestimmung der Stärke und Geschwindigkeit des Windes, zur Beobachtung der Niederschlagsmengen (s. Regenmeff er), womöglich mehrere in verschiedenen Höhen über dem Erdboden aufgestellte. Meist ohne Instrumente müssen aber die Beobachtungen über Form, Häufigkeit und Zugrichtung der Wolken und der elektrischen Vorgänge nach Zeit und Ort gemacht werden. An der See gelegene meteorolog. Stationen haben noch Beobachtungen über Seegang, Wasserstand beziehungsweise die Ebbe⸗ und Fluterscheinung zu veranstalten, an deren Stelle am Lande Daten über die Höhe des Grundwassers zu sammeln sein würden. Vielfach sind an den Hauptstationen auch noch Instrumente zur Bestimmung der Konstanten des Erdmagnetismus und deren Variationen vorhanden. Weit weniger ausgedehnt sind schon die an einer Station zweiter Ordnung anzustellenden Beobachtungen; dieselben erstrecken sich meist nur auf Luftdruck, Temperatur (Maximum und Minimum derselben), Feuchtigkeit der Luft, Windrichtung und Stärke, Wolkenbeobachtungen und Messung der fallenden Niederschlagsmengen. Stationen dritter und vierter Ordnung haben oft nur Temperatur,‚ f Wolken und Niederschlagsmengen, ja die letztern, häufig nur ½ Zwecken dienend, allein Niederschlag oder höchstens noch die Minimaltemperatur des Tags zu beobachten. CEbenso wie nach der Qualität der anzuführenden Beobachtungen sind die meteorolog. Stationen auch verschieden nach der Quantität derselben und infolge dessen verschieden nach der Besetzung mit Beobachtern. Die Centralstationen haben meist ein zahlreiches Personal, welches neben den Berechnungen für das bezügliche Netz auch die nötigen Beobachtungen anzustellen hat.! Die meteorolog. Stationen erster und zweiter Ordnung haben gewöhnlich drei oder mehr tägliche Ablesungen an den Instrumenten zu machen, die dritter und vierter Ordnung zwei, letztere oft nur eine Ablesung des Morgens gegen 7 oder 8 Uhr. Der Dienst auf den Stationen erster Ordnung, welcher eigentlich eine viel häufigere Ablesung der einzelnen Instrumente erforderte, wird in den letzten Jahren soweit irgend thunlich durch sog. selbstregistrierende Apparate (s. Registrierapparate) besorgt, sodaß auch die wirklich an den Normalinstrumenten gemachten Ablesungen nur zur Kontrolle und zur Bestimmung der Konstanten der Registrierapparate verwendet werden, mit Ausnahme der sofort für den Prognosendienst nötigen. Eine weitere Ausbildung unserer heutigen Netze von meteorolog. Stationen fällt in die vierziger und fünfziger Jahre, aber bis auf den heutigen Tag wird noch rüstig an deren Vervollständigung und Verbesserung gearbeitet (z. B. Dr. Köppen, Vortrag auf der Naturforscherversammlung zu Magdeburg 1884). Ausgedehnte und gutorganisierte Netze besitzen die meisten deutschen Staaten, Osterreich-Ungarn, Frankreich, Rußland (sehr ausgedehnt, aber weitläufig), Holland, England, die nordischen Staaten und ein sehe gutes Netz die Vereinigten Staaten. Auch in vielen der europ. Kultur bis vor kurzem verschlossenen Ländern wendet man sich eifrig der Errichtung meteorolog. Stationen zu, da deren Nutzen für Schiffahrt und Landwirtschaft immer mehr Anerkennung findet, z. B. China und Japan. Ein Hauptdesiderium für die einzelnen meteorolog. Stationen besteht darin, daß ihre Wirksamkeit fystematisch mit den andern Stationen in Verbindung gebracht, und dann dadurch der Meteorolog in den Stand gesetzt wird, die Verteilung und Gesetzmäßigkeit der Erscheinungen in unserer Atmosphäre u erkennen. Für letztern Zweck ist die Verbindung er größern Observatorien durch Anschluß an das allgemeine Telegraphennetz dringend erforderlich. Den Centralstationen fällt auch die Bearbeitung und Herausgabe des gesammelten Materials und dessen Diskussion und Verwertung zu. In Deutschland haben diese Bestrebungen eine große Förderung durch die Gründung der Deutschen Seewarte (s. d.) erhalten. Eingehende Berichte über Einrichtung, Ausrüstung und Thätigkeit der bedeutenden Stationen finden sich in den Berichten der Deutschen Seewarte, den Publikationen der österr. Centralanstalt, des meteorologisch-landwirtschaftlichen Observatoriums zu Magdeburg (unter Leitung eines Privatmanns, Dr. Aßmann) u. s. w.