FeedAmmoniakbasen
NaturlehreBrockhaus 1882

Ammoniakbasen sind chemische Verbindungen, die sich vom Ammoniak dadurch ableiten, daß ein oder mehrere Atome Wasserstoff durch organische Radikale oder Metalle vertreten werden. Am bekanntesten sind die namentlich von A. W. Hofmann studierten Verbindungen, in denen die Wasserstoffatome des Ammoniaks durch Alkoholradikale ersetzt sind. Je nach der Zahl der substituierten Wasserstoffatome unterscheidet man: 1) Primäre oder Amidobasen, in denen 1 Atom Wasserstoff des Ammoniaks durch ein Radikal vertreten wird, z. B. Phenylamin oder Anilin NH- C. Hz u. s. w. 2) Sekundäre oder Imidbasen, in denen 2 Atome Wasserstoff des Ammoniaks durch NIO vertreten sind, z. B. Dimethylamin NI (CH), Methyläthylamin NII CI; C HE, Athyl-Phenylamin oder Athylanilin XIC.Hs CeHs; in diesen können auch zwei Wasserstoffatome durch ein zweiwertiges Radikal vertreten werden, so z. B. im Coniin rNICsHII. 3) Tertiäre Basen oder Nitrilbasen; sie entstehen, indem alle drei Wasserstoffatome durch drei einwertige, oder duuch ein zweiwertiges und ein einwertiges, oder durch ein dreiwer9Jtiges Radikal vertreten werden, so z. B. das Trimethylamin N(CIIs)s, das Methyläthyl-Phenylamin soder das Pyridin NC5Hs. Die Ableitung vom 1JAmmoniak ist typisch für alle diese Verbindungen; diesen ganz analoge lassen sich von den entsprechenfüden anon ableiten, diefelben es Phosphor, Arsen, Antimon ableiten, dieselben sind als A. zu betrachten, in denen der Stickstoff durch Phosphor, Arsen, Antimon ersetzt ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 563Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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