FeedMeudon
ErdkundeBrockhaus 1882

Meudon, Stadt im franz. Depart. Seine-Oise, an der linksseitigen Bahn Paris-⸗Versailles, wo Rabelais eine Zeit lang Pfarrer gewesen sein soll, zählt (1876) 6425 CE. und hatte früher ein unter Ludwig XIV. für den Dauphin (den Großvater Ludwigs XV.) gebautes Lustschloß auf einer Anhöhe, welche die ausgedehnteste und herrlichste Aussicht über die von der Seine durchschnittene Thalebene, in welcher Paris liegt, gewährt. Nachdem unter Ludwig XVI. das Schloß der Königin und dem Dauphin zum Wohnort gedient, wurde es zur Zeit der Revolution der Sitz eines aeronautischen Instituts. Napoleon I. ließ das Schloß prächtig wiederherstellen und der Kaiserin nebst dem König von Rom als Aufenthalt anweisen. Die Restauration vereinigte M. mit den Krondomänen, und das Schloß wurde vom Herzog von Bordeaux und dessen Mutter bewohnt. Unter dem zweiten franz. Kaiserreich war es die Sommerresidenz des Prinzen Napoleon. Während der pariser Belagerung 1871 wurde das Schloß von den franz. Batterien des Mont-Valerien in Brand geschossen und zerstört.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 678Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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