Mexikanischer Meerbusen oder Golf von Mexiko, derjenige Teil des Atlantischen Oceans, welcher am weitesten westwärts in das Festland der Neuen Welt vordringt, wird als ein großes Binnenmeer im N. von den Vereinigten Staaten Amerikas, im W. und S. von Mexiko, im O. von den Halbinseln Florida und Nucatan eingeschlossen und steht zwischen beiden in einer Breite von 712 km dem Ocean offen, und zwar, da vor diesem Eingang die Insel Cuba liegt, durch zwei Kanäle, nämlich die 185 kmnbreite Straße von Nucatan, welche gegen SO. in das Antillen⸗ oder Karaibische Meer führt, und die 225 km breite Straße von Florida, welche den östl. Ausgang bildet. Die Gestalt des Meerbusens ist durch eine gleichförmige Küstenbildung sehr regelmäßig und nähert sich derjenigen eines Eirundes, dessen größter Durchmesser von SW. gegen NO. eine Länge von 1760 kmehat, während der kleinere, senkrecht auf demselben stehende nur 1125 km zählt. Der südl. Abschnitt des großen Wasserbeckens heißt Bai von Veracruz oder Campechebai, die nordöstlichste Appalacheebai. Im Meerbusen selbst finden sich nur wenige kleine nseln; doch ist er nur bis 1832 mtief. Seine seichten Ufer bestehen sämtlich aus angeschwemmtem Land und bieten nur wenige gute Häfen dar, unter welchen die von Veracruz in Mexiko, Neuorleans in Louisiana, Mobile in Alabama, Pensacöla in Florida, Havana auf Cuba die bedeutendsten sind. Außer den kleinern Flüssen des mexik. Plateau und des nordamerik. Tieflandes, deren Ausgänge fast sämtlich, bes. im Westen, durch Barren gesperrt sind, münden bloß zwei größere Flüsse in denselben, der Mississippi und der Rio del Norte. Dagegen ist der Golf selbst gleichsam das Quellbassin des nach ihm genannten Golfstroms (s. d.).