Meyer (Joh. Heinr.), verdienter Altertumsforscher und Kunstkenner, Goethes vertrauter Freund, geb. zu Stäfa am Zürichersee 16. März 1759, widmete sich der Malerei und hielt sich 1784 —88 in Italien auf, wo er mit Goethe Freundschaft schloß. Nach seiner Rückkehr lebte er in der Schweiz, bis ihn Goethe 1792 nach Weimar zog, wo er an der neueingerichteten Zeichenakademie eine Professur erhielt. Im J. 1795 reiste er wieder nach Italien, doch der Einmarsch der Franzosen nötigte ihn 1797 zur Rückkehr nach der Schweiz, wo er mit Goethe zusammentraf, mit dem er damals den Plan zu den Propyläeno entwarf. Beide bildeten fortan das Duumvirat der «W. K. F.» (Weimarische Kunstfreunde). Hierauf ging er wieder nach Weimar und vermählte sich hier mit der Tochter des Kanzlers von Koppenfels. Er wurde 1807 Direktor der Zeichenakademie in Weimar, der er bis zu seinem Tode 14. Okt. 1832 vorstand. In seinem Testament bestimmte er 33000 Thlr. für eine Armenstiftung in Weimar, die zu seinem und seiner 21. April 1825 verstorbenen Gattin Gedächtnis den Namen Meyer⸗-Amalienstiftung erhielt. Mit Fernow verband er sich zur Herausgabe von Winckelmanns «Werkeno, die er nach dessen Tode mit Joh. Schulze (8 Bde., Dresd. 1808 —20) herausgab. Resultate eigener Forschung enthält seine Geschichte der bildenden Künste bei den Griecheno (fortgesetzt von Riemer, 3 Bde., Dresd. 1824—36). Auch ein großer Teil der kritischen Aufsätze in Schillers (Horeno und in Goethes Journalen Propyläeno und «Kunst und Altertumo rührt von ihm her.