Mezger (Joh. Georg), holländ. Arzt, geb. 22. Aug. 1839 in Amsterdam, studierte in seiner Vaterstadt und in Leiden Medizin, promovierte 1863 in Leiden mit einer Dissertation über die Behandlung der Gelenkverstauchungen vermittelst Massage und wirkte mehrere Jahre als Assistenzarzt an der innern Universitätsklinik des Professor van Geuns in Amsterdam. In dieser Stellung fand er Gelegenheit, verschiedene Formen von Lähmungen, bei welchen er mit den bisher geübten Kurmethoden keine Besserung erzielte, mit Massage (s. d.) zu behandeln, und die hierdurch erreichten günstigen Erfolge veranlaßten ihn, sich fortan ausschließlich mit der Massage, die bis dahin nur von einzelnen Laien in höchst irrationeller Weise geübt wurde, eingehend zu beschäftigen, ihre Technik und Indikationen wissenschaftlich zu begründen und mit ihr als einer der Heilgymnastik, der Hydrotherapie und Elektrotherapie völlig ebenbürtigen Disciplin den ärztlichen Heilschatz zu bereichern. Anfangs von seinen Fachgenossen vielfach angefeindet, erlangte er sehr bald durch seine überaus glücklichen Kuren einen außerordentlichen Ruf, sodaß seine Konsultationsstunden im Amstelhotel zu Amsterdam von Kranken aus allen Weltgegenden und oft genug auch von hohen fürstl. Clienten (unter ihnen die Kaiserin Clisabeth von Osterreich) besucht werden. Wie viele in ihrer Art fundamental bahnbrechende Männer, hat M. selbst nur sehr wenig litterarisch veröffentlicht, dagegen eine Reihe von Schülern herangebildet, die sein Heilverfahren rasch über alle Länder verbreitet haben. Ausführlich findet sich M.s Methode in einem Vortrage abgehandelt, den Professor Mosengeil 1875 auf dem deutschen Chirurgenkongreß zu Berlin über „Die Massage, deren Technik, Wirkung und Indikationen nebst experimentellen Untersuchungen» hielt und in den Verhandlungen dieses Kongresses veröffentlichte.