FeedMiddendorff (Alexander Theod. von)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Middendorff (Alexander Theod. von), Reisender und Naturforscher, geb. 18. Aug. 1815 zu Petersburg, studierte in Dorpat und Berlin Naturwissenschaften, wurde 1839 an der Universität zu Kiew n für die Zoologie, besuchte 1840 Lappland und behandelte in Baers und Helmersens „Beiträgen zur Kenntnis des Russischen Reichs (Bd. 11, Petersb. 1845) die ornithologische Fauna Lapplands. Hierauf bereiste er im Auftrage der Akademie der Wissenschaften 1842 —45 den hohen Norden von Sibirien, wobei er besonders das Tajmurland untersuchte und bis an die Küsten des Ochotskischen Meers und an den obern Amur gelangte. Sein Bericht über diese Expedition veranlaßte die Einverleibung der Amurgegenden. Die reichen Ergebnisse seiner Reise legte er in dem Werke «Reise in den äußersten Norden und Osten Sibiriens während der J. 1843 und 18445 (4 Bde., Petersb. 1848—75) nieder. Im J. 1845 wurde M. zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften erwählt, bei welcher er 1855—57 das Amt eines beständigen Sekretärs bekleidete. Im Sommer 1860 begleitete er den Großfürsten Wladimir auf seiner Reise nach Sibirien, als deren Resultat die Abhandlung über die Baraba (s. d., 1870) erschien, im Sommer 1867 den Großfürsten Alexis nach Island und Nowaja-Semlja u. s. w. Zum Ehrenmitglied der Akademie erhoben und 1873 zum Geheimrat befördert, zog er sich später auf sein Gut Pörrafer bei Pernau in Livland zurück und machte 1878 eine Reise nach Ferghana, worüber er in den «Einblicken in das Faghanch thalv (Petersb. 1881) berichtete.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 701Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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