FeedHelmersen (Gregor von)
HeilkundeBrockhaus 1882

Helmersen (Gregor von), russ. Reisender und Naturforscher, geb. 29. Sept. (11. Okt.) 1803 auf dem väterlichen Gute Duckershof bei Dorpat, erhielt seine erste Bildung seit 1811 zu Petersburg und seit 1818 auf dem Gymnasium zu Dorpat, um sich dann auf der dortigen Universität Der Iunispruden zu widmen. Doch entsagte er diesem Studium, indem er seiner Neigung für Naturwissenschaften, namentlich Oryktognosie und Geognosie folgte. Er begleitete 1826 seinen Lehrer in diesen Fächern, Moritz von Engelhardt, auf einer wissenschaftlichen Reise nach der untern Wolga, wurde 1828 in den Staatsdienst aufgenommen, dem Bergwesen aggregiert, und mit der Erforschung des südl. Ural beauftragt, deren Resultate in der gemeinschaftlich mit Ernst suchung des Süduralgebirgs » (Berl. 1831) niedergelegt nd. Auf dieser Reise traf H. 1829 in Minsk mit Alex. von Humboldt zusammen, welcher H. und Hofmann zu Begleitern erhielt bei der Erforchung des südl. Ural. Von 1830 bis 1832 stuierte H. mit Hofmann in Berlin, Heidelberg, Bonn und Freiberg. Nach Rußland zurückgekehrt, ward H. beauftragt, den östl. Ural von Bogoslowsk bis Jekaterinenburg geognostisch zu untersuchen. Die Er-ESerten dieser Expedition machte H. bekannt in den rken: Reise nach dem Ural und der Kirgisenstepper (Petersb. 1841) und «Reise nach dem Altaid (Petersb. 1848), sowie in einigen Spezialarbeiten, wie Notizen über die Entdeckung des Waschgoldes am Uralo, Der Magnetberg Blagodat im nördl. Urals (Petersb. 1837) und Der Telezkische See und die Teleuten im östl. Uralo (Petersb. 1838). Im J. 1836 kehrte H. nach Petersburg zurück und wurde 1838 Professor der Geognosie an dem Berginstitut, in welcher Stellung er 25 Jahre wirkte. Im J. 1838 erforschte er die Lagerstätten des brennbaren Schiefers in Sstland, 1839 und 1840 untersuchte er die geognost. Beschaffenheit des Waldaiplateaus und 1841 mit Oliveri die Steinkohlenlager in den Gouvernements Tula, Kaluga und Orel. Im J. 1841 veröffentlichte H. eine «übersichtskarte der Gebirgsformationen des europ. Rußland (Petersb. 1841; 3. Aufl. 1873), welche Arbeit mit der Demidoffschen Prämie bedacht wurde und 1843 seine Berufung zum Akademiker in Petersburg veranlaßte. Er wurde 1849 zum Verweser des reichen Bergkorps-Museums ernannt und untersuchte 1850 die devonischen Schichten des mittlern Rußland zwischen ohle wegen (4Beiträge zur Kenntnis des Russischen Reichso, von Baer und H., Bd. 21, . tersb. 1858); 1852 die Salzseen in Bessarabien, 1856—59 die Erzlagerstätten des Olonezer Bergreviers (Petersb. 1860) und 1860—62 den Peipussee und die obere Narova (Petersb. 1864). Zum Generallieutenant des Bergingenieurkorps erhoden, wurde H. 1863 mit der Deira Erforschung des Luganschen Bergwerkbezirks betraut. Seine erolgreichen Forschungen beschrieb er in der Abhandlung: „Das Donezer Steinkohlengebirge und dessen industrielle Zukunft. Noch in demselben N re untersuchte er die Sandbänke im Asowschen Meer und 1864 die Schlammvulkane und IM1865 der Halbinseln Kertsch und Taman. Im Okt. 1865 wurde er zum Direktor des Berginstituts in Petersburg ernannt und erhielt den Auftrag, den nördl. und westl. Abhang des Uralgebirges eensi. auf Kohlen⸗ und Eisenerzlager zu untersuchen. Nachdem H. 1872 das militärisch eingerichtete Institut des Bergkorps zu einer freien akademischen Lehranstalt hatte reorganisieren helfen, legte er das Direktorat nieder. Er lebt seit dieser Zeit abwechselnd in der Residenz und Reval und veröffentlichte noch 1882 Studien über die Wanderblöcke und die Diluvialgebilde Rußlands v. Seine wissenschaftlichen Werke übersteigen die Zahl 100 und sind meist in deutscher, auch teilweise in russ., franz. und engl. Sprache abgefaßt. Vgl. A. Köppen, «Gregor von H.» (Petersb. 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 94Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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