FeedMilitärveterinärwesen
HeilkundeBrockhaus 1882

Militärveterinärwesen umfaßt die Organisation des tierärztlichen Dienstes in einem Heere und die Anstalten zur Ausbildung des tierärztlichen Personals desselben. Für die preuß. Armee und die derselben angeschlossenen Kontingente des deutschen Heeres besteht eine Inspektion des M. Der betreffende Inspekteur steht im Range eines Regimentskommandeurs und hat dafür zu sorgen, daß ein wissenschaftlich und militärisch tüchtiges roßärztliches Personal für die Armee herangebildet wird. Demselben liegt ferner die überwachung des Veterinärdienstes in der Armee ob und hat er geeignete Maßregeln für denselben wie für den Hufbeschlag anzuregen. Wissenschaftliche Konsulenten stehen ihm zur Seite. Das roßärztliche Personal besteht aus den zu den obern Militärbeamten zählenden Korps- und Oberroßärzten, sowie aus den im Wachtmeister⸗, beziehungsweise Vizewachtmeisterrang stehenden Roß⸗ und Unterroßärzten, welche den Dienst bei den Truppenteilen ausüben. Das roßärztliche Personal ergänzt sich der Hauptsache nach durch Eleven der Militär-Roßarztschule in Berlin. Diese gehen aus dem aktiven Stande der berittenen Truppen hervor, müssen das Zeugnis der Reife zur Prima höherer Lehranstalten besitzen und genießen den Unterricht der königl. Tierarzneischule in Berlin. Zur Ausbildung der Beschlagschmiede (Fahnenschmiede) für den Hufbeschlag der berittenen Truppen dienen die Lehrschmieden zu Berlin, Breslau, Königsberg i. Pr. und Gottesaue (Baden). Vgl. (Heerordnunge (Anhang 2, Berl. 1872). In den übrigen Kontingenten des Deutschen Reichs ist das M. in ähnlicher Weise geregelt. (schaft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 727Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Heilkunde 6