Minimen, Mindeste Brüder oder Eremiten des heiligen Franz von Paula (Pratres minimi, Fratres Eremitae Sancti Francisci de Paula) heißen die Glieder eines von Franz von Paula (s. d.) gestifteten Mönchsordens. Im J. 1435 gegründet, 1474 von Sixtus IV. bestätigt, 1492 von Alexander VI. in denjenigen der Minimeno umgewandelt, weil sie in ihrer Demut die allergeringsten unter den geistlichen Ordensbrüdern sein wollten, baute dieser Orden sein erstes Kloster nebst Kirche 1436 zu Cosenza und fand seine Hauptverbreitung unter Karl VIII. in Frankreich. Hier erhielten die Glieder des Ordens den Namen „Die guten Leutey (les bons hommes). In Spanien hießen die M. Fratres de Victoria, weil man den für Ferdinand günstigen Ausgang des Kampfes gegen die Mauren auf die Wirkung ihrer Gebete zu-Dauban in Deutschland meist Pauliner oder Paulaner. In Spanien bildete sich 1492 ein Nonnenorden der M., Mindeste Schwestern genannt, ohne jedoch weite Verbreitung zu finden. Außerdem bildeten sich als besonderer Zweig die M.⸗Tertiarier, oder M. beiderlei Geschlechts für weltliche Personen, ohne Verpflichtung zum gemeinschaftlichen Leben. Ihr Ordenszeichen ist ein Strick mit zwei Knoten als Gürtel, daneben die bürgerliche schwarze Tracht. Die Ordensregel fordert außer den gewöhnlichen drei Klostergelübden noch als viertes das Fastenleben (vita quadragesimalis), nämlich gänzliche Enthaltsamkeit von Fleischgenuß. Jetzt besteht der Orden vorugsweise in Italien; in Spanien wurde derselde 1582 wiederhergestellt.