Serviten oder Diener der Heiligen Jungfrau (servi beatae Mariae virginis), auch Brüder von Ave-Maria und Brüder vom Leiden Christi oder von Monte-Senario heißen die Mönche eines geistlichen Ordens, der 1233 zu Florenz zum Dienste der Muttergottes gestiftet wurde. Im J. 1236 ließen sich die Mönche auf Monte-Senario nieder, nahmen die Regel der Augustiner an und erhielten vom Papst Alexander IV. die Bestätigung (1255). Durch ihren General Benizi (gest. 1284 oder 1286) verbreitete sich der Orden nach Frankreich, in die Niederlande und nach Deutschland. In Frankreich trugen die Mönche weiße Mäntel, daher nannte man sie blancs man⸗- teaux. Durch Papst Martin V. erhielten die S. die Privilegien der Bettelorden. Der Bruder Bernhardin von Ricciolini erneuerte die alte Strenge des Ordens (1593); seine Anhänger hießen Einsiedlerserviten. Diese und die minder strengen S. haben ihre wichtigsten Sitze jetzt noch in Italien, sind aber auch in Deutschland noch vorhanden. Zu den berühmtesten Männern des Ordens gehören Paul Sarpi und Ferrarius. — Der Orden der Servitinnen, nach ihrer schwarzen Kleidung auch Schwarze Schwestern genannt, entstand zu Lebzeiten Benizis, verbreitete sich in die Länder, in welchen die Brüder sich niedergelassen hatten, existiert aber nur noch in wenigen Klöstern. Eine von Juliani Falconieri um 1306 gegründete, dem dritten Orden (Tertiarier) angehörige und 1424 bestätigte Stiftung von Servitinnen, die sich 1617 zu einer Kongregation gestaltete, ist auch noch vorhanden. Vgl. Soulier, «Vie de Bénizi, propagateur de Pordre des Servites de Marie o (Par. 1886).