FeedCambray-Digny (Ludw. Wilh., Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Cambray-Digny (Ludw. Wilh., Graf), ital. Staatsmann, geb. 8. Aug. 1820 in Florenz, 5 dierte in Pisa und gehörte später zu den Vertrauensmännern des Großherzogs Leopold II. von Toscana. Seine im Sinne liberaler Reformen ehaltenen Ratschläge blieben jedoch unbeachtet. m J. 1853 veröffentlichte C. einen Band „Ricordi della Commissione governativa toscana 18495; 1860 wurde er durch das Vertrauen der Krone in den Senat berufen, wo er in der Session 1871—72 eine Vizepräsidentenstelle bekleidete. Im J. 1860 wurde er Bürgermeister der Stadt Florenz und 27. Okt. 1867 trat er als Finanzminister in das von Menabrea neu gebildete Kabinett ein, dem er bis zur Berufung Lanzas 14. Dez. 1869 angehörte. Bis zum 28. Nov. 1867 hatte er provisorisch auch die Leitung des Ministeriums für Ackerbau, Handel und Industrie. Zur Beseitigung des Aaten 1 . die Einführung der höchst unpoulären Mahlsteuer und die Verpachtung des Taaksmonopols auf 20 Jahre vor. Beide Vorschläge wurden zwar angenommen, aber C. hatte da urch seine mnbrennes eingebüßt. Eambresines, auch Cambrasines, feine levant. und bengal. Leinwand, so genannt wegen der Ahnlichkeit des Gewebes mit der ursprünglich in der franz. Stadt Cambrai erzeugten Batistleinwand, s. Batist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 864Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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