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PflanzenreichBrockhaus 1882

Mispel (Mespilus L.) heißt eine zur 12. Klasse des Linneschen Systems und zu den Pomaceen gehörende Pflanzengattung, deren zwei bis fünf Griffel unten miteinander verschmolzen sind, auf der Frucht aber voneinander getrennt erscheinen. Sie begreift dornige Sträucher oder Bäumchen, die durch Kultur ihre Dornen verlieren. Die unterseits filzigen Blätter sind ganz, die ziemlich großen, weißen Blüten stehen einzeln an der Spitze kurzer Zweige und haben fünf blattartige Kelchzipfel, und die aus dem unterständigen Fruchtknoten hervorgehende Apfelfrucht enthalt zwei bis fünf knochenharte, einsamige Steinkerne. Von dieser artenarmen Gattung wird die in Deutschland sowie in meinenntso ganz Südeuropa einheimische gemeine Mispel (M. Germanica L.) bei uns in Gärten häufig als Obstbaum kultiviert. Die Früchte (Mispeln) sind aber auch bei völliger Reife sehr herb und werden erst später durch Liegen, wenn sie durch eine Art Gärung teigig geworden sind, wodurch sie einen weinartigen Geschmack bekommen, oder durch Frost als Obst genießbar. In den Gärten unterscheidet man als Sorten die gemeine Gartenmispel, die große Gartenmispel oder holländ. und die M. ohne Kern. Das Holz des Stamms ist sehr zähe und daher zu Drechslerarbeiten wie auch beim Mühlenbau sehr brauchbar. Die M. ist eine sehr langsam wachsende Holzart. Sie wird gewöhnlich durch Pfropfen auf Weißdorn, Birne oder Quitte vermehrt, da die Anzucht aus den sehr langsam, oft gar nicht keimenden Samen (Steinkernen) eine sehr langwierige ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 763Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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