Modus (lat., Art und Weise) nennt man in der Grammatikgewisse Formen des Verbums, welche der durch dasselbe ausgedrückten Handlung eine subjektive Nebenbeziehung geben. Die indogerman. Sprachen unterscheiden zwei im eigentlichen Sinne so zu nennende Modi: den Konjunktiv, der im allgemeinen die Handlung als eine vom Redenden gewollte, und den Optativ (zuweilen Potentialis genannt), der sie als eine vom Redenden gewünschte darstellt. Diese Grundbedeutung der beiden Modi hat sich im Laufe der Entwickelung der einzelnen Sprachen bei der feinern Ausbildung der Syntax oft sehr mannigfaltig entwickelt und verfeinert, so namentlich im Griechischen. Das äußere lautliche Kennzeichen des Konjunktiv ist ursprünglich ein Suffix a (o), das zwischen Verbalstamm und Personalendung steht, das des Optativs ja (3jée) oder i, an derselben Stelle stehend, z. B. grch. imen, feromen, «wir tragen », Konjunktiv feroömen = (röochαey). Die spätere Entwickelung der indogerman. Sprachen neigt zum Verlust und zur Vermischung der beiden Modi: der lat. Konjunktiv ist eine Mischung von Konjunktiv-und Optativformen, der sog. Konjunktiv des Deutschen der alte Optativ, während der eigentliche Konjunktiv verloren gegangen ist. Wenn man neben den beiden genannten noch den Indikativ als M. rechnet, so geschieht dies nur im Gegensatz zu Konjunktiv und Optativ; an sich hat die Form der einfachen Aussage nichts Modales an sich. Berechtigter ist es, wenn man hierher den Imperativ, die Ausdrucksform des Befehls rechnet; ihr Charakteristikum besteht ursprünglich in einer besondern Form der Personalendungen, z. B. lat. legit cer liesto und legito Ker soll lesenv. In den Grammatiken namentlich moderner Sprachen finden sich Benennungen, wie Konditional (modus conditionalis) und andere, womit nicht besonders gebildete Modusformen, sondern Gebrauchsweisen des Konjunktiv-Optativ bezeichnet werden. In der Rechtssprache ist Modus die einem Rechtsgeschäft beigefügte Nebenbestimmung, namentlich eine Auflage, welche dem Empfänger einer Sache gemacht wird, ohne daß ihr der Charakter einer Gegenleistung innewohnt; M. procedendi, Verfahrungsart; M. vivendi, die Art und Weise eines erträglichen Nebeneinanderlebens, Verkehrsfuß.