Hilfszeitwörter (verba auxiliaria) nennt man in der Grammatik Zeitwörter, deren ursprünglicher konkreter Begriff sich so verflüchtigt 1 daß sie wesentlich nur Modifikationen oder Nebenbestimmungen des Seins und der Thätigkeit ausdrücken, die daher in Verbindungen mit andern sprachlichen Elementen (Partizipien, Infinitiven) zur Umschreibung solcher temporaler oder modaler Verhältnisse dienen, für welche die betreffende Sprache keinen einfachen Ausdruck hat. So dienen im Deutschen «seino und chaben» in Verbindung mit einem präteritalen Partizip zur Bezeich-Unung des Perfekts (Kich bin Heeintache ich habe geschrieben », lateinisch durch einfache Tempora: ivi, scripsi ausgedrückt); Kwerden» mit dem Infinitiv zum Ausdruck des Futurums (eich werde liebeno», frz. aimer-ai ebenfalls mit Hilfsverbum, eigentlich «ich habe zu lieben » = lat. amare habeo), mit dem Partizipium Passivi zur Bezeich-Inung des Passivums (eich werde geliebty); müssen, sollen, können» mit dem Infinitiv zum Ausdruck der Notwendigkeit und Möglichkeit, Kmögeno zum Ausdruck des Beliebens und allgemeinerer modaler Verhältnisse (die dem lat. Konjunktiv, dem „griech. Konjunktiv und Optativ entsprechen). Natürlich ist die Grenze zwischen H. und selbständigen Verben eine fließende, wie z. B. «chaben» Hilfszeitwort sein, aber auch selbständig im Sinne von „Hilgenfeld (Adolf Bernh. Christoph Christian), „hervorragender Vertreter der kritischen Theologie, geb. 2. Juni 1823 zu Stappenbeck bei Salzwedel ndierte in Berlin und Halle und habilitierte sich 1847 bei der theol. Fakultät zu Jena, wo er 1850 1außerordentlicher, 1869 ord. Honorarprofessor wurde. Er schrieb: «Das Cvangelium und die Briefe Johannis „ (Halle 1849), wo der nahe Zu⸗ „sammenhang des Johanneischen Lehrbegriffs mit dem Gnostizismus aufgezeigt wird, ferner Kritische Untersuchungen über die Evangelien Justins, der Clementinischen Homilien und Marcions » (Halle 1850), «Das Markus-Evangelium » (Lpz. 1850), Die Icen Ser nach ihrer Entstehung und geschichtlichen Bedeutung» (Lpz. 1854); ferner „Die Clementinischen Rekognitionen und Homilien v (Jena 1848), «Die Glossolalie v (Lpz. 1850), Der Galaterbrief o (Lpz. 1852), «Die apostolischen Vätero (Halle 1853), «Das Urchristentum » (Jena 1855), «Die Jüdische 4Z981949 »(Jena 1857), „Messias Judaeorum » (Lpz. 1869), (Der Paschastreit der alten Kirches (Halle 1860), «Der Kanon und die Kritik des Neuen Testamentso (Halle 1863), „Die Propheten Esra und Daniel » (Halle 1863), „Bardesanes, der letzte Gnostiker o (Lpz. 1864), „Novum Testamentum extra canonem receptumo (Lpz. 1866; 2. Aufl. 1876—84), „«Histor.⸗kritische Einleitung in das Neue Testamento (Lpz. 1875), Ketzergeschichte des Urchristentumso (Lpz. 1884). Seit 1858 gibt H. die «Zeitschrift für wissenschaftliche Theologieß heraus. Gegen den Ultramontanismus ist gerichtet die Schrift „Die Lehninische Weissagung über die Mark Brandenburg, nebst der Weissagung von Benediktbeuern über Bayerno (Lpz. 1875). H. gehört der sog. Tübinger Schule an, innerhalb welcher er als der namhafteste Vertreter der rechten Seite betrachtet werden kann.