FeedMolina (Ludw.)
ReligionBrockhaus 1882

Molina (Ludw.), Theolog des Jesuitenordens, geb. 1535 zu Cuenza in Neucastilien, wirkte als Lehrer der Theologie zu Evora und später zu Madrid, wo er 12. Okt. 1600 starb. Berühmt wurde sein Buch Wiberi arbitrü cum gratiae donis concordia (Lissab. 1588), in welchem er lehrte, daß Gott die Kraft, zur Seligkeit mitzuwirken, allen denen verleihe, von welchen er voraussehe, daß sie ihren Willen seiner Gnade hingeben würden. Gegen diese Lehre erklärten sich als antithomistisch (der Autorität des heil. Thomas widerstreitend) die Dominikaner, während viele Jesuiten, deshalb Molinisten genannt, für dieselbe eintraten. Zur Schlichtung des Streites setzte Papst Clemens VIII. 1598 die Congregatio de auxiliis gratiae nieder, welche 1607 durch Paul V. aufgehoben wurde, ehe eine Entscheidung erfolgte. Der Streit erneuerte sich im Jansenismus (s. d.). Vgl. Schneemann, Die Entstehung der thomistisch-molinistischen Kontroversey (Freiburg 1879) und «Die weitere Entwickelung der thomistisch-molinistischen Kontroverses (Freiburg 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 802Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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