Bellarmin (Rob.), der berühmteste Polemiker der röm. Kirche und der gelehrteste Noute des Jesuitenordens, geb. 4. Okt. 1542 zu Monte Pulciano in Toscana, trat 1580 in den Jesuitenorden und zeichnete sich schon früh als Lehrer der Huma⸗ —.— hatte, ward er 1569 auf die Undoe t achdem er zwei Jahre lang in Padua Löwen geschickt, wo er Aber die Summa des mas las und seine hebr. Grammatik schrieb. J. 1576 —H er von Gregor XIII. den Auftrag, zu Rom in neu gegründeten Collegium Romanum über die Kontroversen zu lesen. Aus diesen Vorträgen ging sein berühmtes polemisches Werk hervor: »Disputationes de controversiis fidei adversus hujus temporis haereticos (3 Bde., Rom 1581 u. öfters; neu herausg. von Sausen, Mainz 1842; deutsch von Gumposch, Augsb. 1842). Unter Clemens I. Dulgat er die Vorrede zur neuen Ausgabe der Vulgata, ward 1592 Rektor des Collegium Romanum, 1598 Kardinal, 1602 bischof von Capua, wo er auch seinen Aufenthalt nahm. Unter Paul V. kehrte er als Protektor des Cölestinerordens und Inspektor des Collegium Germanicum nach Rom zurück. Die Streitigkeiten mit England veranlaßten ihn zur Abfassung des Tractatus de potestate summi pontificis in rebus temporalibuso. Außerdem verdient Erwähnung Christianae doctrinae applicatios (Rom 1603). Er schier 17. Sept. 1621 zu Rom. Seine Werke erchienen zu Venedig (5 Bde., 1721) und zu Köln (7 Bde., 1719), sein Leben beschrieb der Jesuit Fuligatti (Rom 1624), seine Selbstbiographie erschien bie böm. 1761. B. ist derjenige Theolog, welcher ie röm. Lehre mit dem Scharfsinn systematisch dargestellt 125 eine Behauptungen über die weltliche Gewalt des ½— gehen dahn daß derselbe freilich keine direkte Gewalt über die Fürsten ausübe wie über die Bischöfe, daß er aber mittelbar das Recht habe, Königreiche aufzuheben und bürgerliche Gesetze für ungültig zu erklären, sobald die Sorge für das Seelenheil es Ederir