Molla, eigentlich Mewla (Herr), ein bei den Türken und Persern den Kadis gewisser, für den Islam bedeutender Städte gegebener Titel. Möllendorf(Wichard Joach. Heinr. von), preuß. Generalfeldmarschall, geb. 7. Jan. 1724 auf dem Gute Lindenberg in der Priegnitz, wurde auf der Ritterakademie zu Brandenburg erzogen und 1740 Page bei Friedrich II., den er im ersten Schlesischen Kriege begleitete. Als Fähnrich im ersten Bataillon Garde machte er im zweiten Schlesischen Kriege die Schlachten bei Hohenfriedberg und Sorr mit, wo er verwundet wurde. Bald darauf wurde er zum Hauptmann und zum Flügeladjutanten des Königs ernannt. Im Siebenjährigen Kriege zeichnete er sich vorzüglich bei Leuthen aus, wo er durch Wegnahme des Kirchhofs wesentlich zur Entscheidung beitrug. Sein Verhalten bei der Belagerung von Breslau belohnte der König 1758 durch seine Ernennung zum Major und Kommandeur des 3. Bataillons Garde. Bei Hochkirch zeichnete er sich ebenfalls aus und erhielt 1760 das Kommando des Garderegiments. Mit demselben focht er in der Schlacht bei Liegnitz, nach welcher ihn der König zum Oberstlieutenant erhob. In der Schlacht bei Torgau 3. Nov. 1760 erstürmte er die Siptitzer Hhen, wurde dabei gefangen, aber Anfang 1761 ausgewechselt und darauf zum Obersten ernannt. Am 21. Juli 1762 erstürmte er den verschanzten Posten von Burkersdorf und wurde Generalmajor. Seit 1774 Generallieutenant, befehligte er im Bayrischen Erbfolgekriege unter dem Prinzen Heinrich in Sachsen und Böhmen ein Korps, mit dem er mitten im Winter einen überfall bei Bautzen ausführte. Im J. 1783 wurde er Gouverneur von Berlin. In den letzten Lebensjahren Friedrichs d. Gr. war er oft dessen alleiniger Gesellschafter. Unter Friedrich Wilhelm II. wurde M. 1787 General der Infanterie und 1793 Feldmarschall und befehligte 1793 die nach Polen entsendete Armee. M. war nicht für den Krieg gegen Frankreich, erhielt jedoch 31. Jan. 1794 an Stelle des Herzogs von Braunschweig den Oberbefehl des preuß. Heeres in der Pfalz. Zwar siegte M. 23. Mai und 20. Sept. bei Kaiserslautern, doch vermochte er der Übermacht Frankreichs nicht zu widerstehen. Im J. 1806 folgte er nochmals dem Heere ins Feld, geriet nach der Schlacht bei Jena zu Erfurt in franz. Gefangenschaft, wurde jedoch auf Ehrenwort nach Berlin entlassen. M. starb 28. Jan. 1816 zu Havelberg.