Monelova, Stadt im Staate Coahuila (s. d.). Moncontour (de Poitou), Flecken im franz. Depart. Vienne, 45 km nordwestlich von Poitiers, am rechten Ufer der Dive, Station der Linie Poitiers-Saumur der Französischen Staatsbahnen mit Abzweigung nach Airvault, ehemals ein bedeutender Ort, von dessen alter Befestigung noch der 24 m hohe Donjon vorhanden, ist denkwürdig durch die Erstürmung von seiten Duguesclins 1371, sowie durch die Schlacht vom 2. und 3. Okt. 1569, in welcher die Hugenotten unter Coligny durch den Herzog von AÄnjou vollständig geschlagen wurden. M. heißt auch ein Flecken im Depart. der Nordküsten, 24 Km im SSO. von St.⸗Brieue, mit einer berühmten Wallfahrtskirche (St.⸗Mathurin). Moncrif(Francois Augustin Paradis de), franz. Schriftsteller, geb. 1687 zu Paris, wurde durch den Grafen von Maurepas in die vornehmsten Kreise Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XI. eingeführt, war Geheimschreiber des Grafen d'Argenson und Vorleser der Königin Marie Leszezynska; 1733 wurde er Mitglied der Französischen Akademie. Er starb zu Paris 19.Nov. 1770. Er schrieb mehrere Lustspiele, Ballette und Romane. Mis bekanntestes Werk aber ist die Histoire des chatso (1727—48), eine Travestie der pedantischen Gelehrsamkeit; sie zog dem Verfasser den Namen «l'historiogriffep zu. Er selbst sammelte seine Werke (Oeuvresv, 3 Bde., 1751; 4 Bde., 1768); eine Auswahl derselben „(Oeuvres choisieso erschien w1801 in zwei Bänden. Mond, der Nebenplanet oder Trabant der Erde, bewegt sich um dieselbe in Bezug auf seine Stellung zur Sonne in einem Zeitraum von etwa 29,53 Tagen, der ein Monat (s. d.) genannt wird, von Westen nach Osten und gemeinschaftlich mit ihr um die Sonne. Da er in einem Tage durchschnittlich über 13° nach Osten rückt, weshalb er auch mit jedem Tage später auf⸗ und untergeht (was von einem Tage zum andern im Mittel etwa 50 Minuten beträgt), so ist sein Fortrücken unter den Sternen viel auffallender, als das der Sonne, die täglich nicht ganz einen Grad in derselben Richtung zurücklegt. Nach der Sonne ist der M. für die Bewohner der Erde das wichtigste Gestirn, weil er zu gewissen Zeiten die Nächte erleuchtet. Die Lichtmenge, welche der Vollmond für die Erde spendet, ist 620000 mal geringer als die Lichtmenge der Sonne, aber 90000 mal größer als die eines Sterns erster Größe. Die Zeit der Sichtbarkeit des M. hängt aber genau mit den Mondphasen oder Lichtgestalten desselben zusammen und beruht, wie diese, auf der Stellung des M. gegen die Sonne, welche immer die ihr 4tcht d Hälfte des an sich dunkeln M. beleuchtet. Steht der M. gerade zwischen der Erde und Sonne, so findet Neumond statt; der M. steht dann nur bei Tage am Himmel und ist uns unsichtbar, da er uns seine dunkle Seite zukehrt. Hat er sich um 90° von der Sonne nach Osten entfernt, was wir das erste Viertel nennen, so erscheint er uns als halberleuchtete Scheibe; er geht dann etwa um Mittag auf, um Mitternacht unter und erleuchtet die erste Hälfte der Nacht. Steht die Erde in gerader Linie zwischen M. und Sonne oder jener der Sonne gerade gegenüber, so ist Vollmond eingetreten, d. h. der M. zeigt uns eine ganz erleuchtete kreisrunde Scheibe und scheint die ganze Nacht hindurch. Ist endlich der M. von der letzten Stellung an wieder so weit fortgerückt, daß er sich der Sonne von Westen her bis auf 90 genähert hat, so erscheint er abermals halb erleuchtet und steht im letzten Viertel; er geht dann etwa um Mitternacht auf, um Mittag unter und erleuchtet nur die letzte Hälfte der Nacht. Vom Neumond bis zum Vollmond ist zunehmender, vom Vollmond bis zum Neumond abnehmender M. Die bezeichneten vier Erscheinungen heißen die Mondviertel und bilden zusammen einen Mondwechsel, dessen Dauer ein synodischer Monat heißt und ungefähr 29½ Tage beträgt, sodaß von einem Mondviertel bis zum nächsten im Durchschnitt wenig über eine Woche vergeht. Vor und nach dem Neumond, also zwischen diesem und den beiden Vierteln, erscheint der M. nur als glänzende, mehr oder weniger schmale Sichel; doch sieht man dann zu gewissen Zeiten auch den dunkeln Teil der Mondscheibe schwach erleuchtet, welche Erleuchtung das aschgraue Licht des M. genannt wird und von dem leflex des Lichts der Erde herrührt, welche dem M. zur Zeit des Neumondes ihre erleuchtete, zur Zeit des Vollmondes aber ihre dunkle Seite zukehrt. Der Vollmond wird zuweilen durch den auf ihn fallenden Schatten der Erde verfinstert, was man eine Mondfinsternis nennt. Dieselbe kann nur dann eintreten, wenn der M. zur Zeit des Vollmondes nicht über 13° von einem der Knoten seiner Bahn entfernt ist, und ist entweder total oder partiell, je nachdem der ganze M. oder nur ein Teil seiner Oberfläche verfinstert wird. Allen denjenigen Gegenden der Erde, welche den M. sehen können, erscheint er dann zu gleicher Zeit und auf gleiche Weise verfinstert, was bei einer Sonnenfinsternis hinsichtlich der Sonne nicht der Fall ist. Übrigens wird der M. durch seine totale Verfinsterung sehr selten (3. B. 1642 und 1816) völlig unsichtbar; in der Regel erscheint er in einem kupferroten Lichte, während bei partieller Verfinsterung der Erdschatten dunkelgrau erscheint. Tabellen, welche zur Erleichterung der Berechnung der Mondbewegung dienen, werden Mondtafeln genannt. Es sind solche namentlich von Euler, T. Mayer, Bouvard, Damoiseau, Hansen, Delaunay und Lehmann berechnet worden. Die Mondbahn ist eine Ellipse, deren Ebene mit der Ebene der CEkliptik einen Winkel von 5 bildet; sowohl die große Achse jener Ellipse als die Durchschnittslinie (Knotenlinie) beider Ebenen sind veränderlich, und die erstere dreht sich in nahe 8½ Jahren nach Osten, die letztere in 18⅛ Jahren nach Westen einmal um die Erde, wovon die Folge ist, daß der M. bei seinen Umläufen am Himmel nicht immer dieselben Gegenden desselben durchläuft. Da er zur Zeit des Vollmondes immer der Sonne gegenübersteht, so befindet er sich dann ungefähr in derjenigen Gegend des Himmels, in welcher die Sonne sechs Monate früher und später steht. Hieraus folgt, daß der Vollmond im Sommer am niedrigsten steht und die kürzeste Zeit sichtbar ist, im Winter aber am höchsten steht und am längsten scheint, wobei noch berücksichtigt werden muß, daß der Vollmond wegen der Neigung der Mondbahn möglicherweise eine um 5 9 größere oder kleinere Höhe erreichen kann, als die Sonne in der entgegengesetzten Zeit des Jahres. Die mittlere Entfernung des M. von der Erde beträgt 384420, die größte 406 560, die kleinste 362280 Km. An Größe steht der M. der Erde weit nach; sein Durchmesser beträgt nur etwa 3480 km oder „1 des Durchmessers der Erde, wonach sein körperlicher Inhalt ungefähr 50 mal kleiner als der der Erde ist. Wegen der großen Nähe des M. ist die Oberfläche desselben genauer bekannt als die eines andern Himmelskörpers. In Bezug auf dieselbe ist bemerkenswert, daß der M. uns immer dieselbe Seite zukehrt, sodaß wir die andere Seite gar nicht kennen lernen. Jedoch ist der sichtbare und der unsichtbare Teil des M. nicht durch eine unverrückbare, unveränderliche Grenzlinie getrennt; vielmehr verändert die Grenzlinie ihre Lage beständig, welche Erscheinung man das Wanken oder die Libration des M. nennt, sodaß man das eine mal an dieser, das andere mal an jener Stelle des Mondrandes ein Stück der sonst unsichtbaren Mondseite zu sehen bekommt. Man kann rechnen, daß , der Mondoberfläche uns nach und nach sichtbar, 7, immer unsichtbar sind. Die Ursache dieser Erscheinung liegt darin, daß die Achsenumdrehung des M. gleichförmig ist, die Bahn des M. aber, ungleichförmig fortrückend, während jeder Achsenumdrehung die Erdbahn in je zwei, um 180˙ voneinander entfernten Punkten (Knoten) schneidet und keinen Kreis bildet, sondern als eine Ellipse aufzufassen ist, in deren Brennpunkt die Erde gedacht werden muß. Auf demjenigen Punkte (Knoten) der Erdbahn, auf welchem der M. dieselbe erst dann schneidet, nachdem die Erde bereits diesen Punkt berührt hat, erscheint der M. den Erdbewohnern als erstes Viertel, auf demjenigen Punkte derselben aber, welchen er vor der Erde berührt, als letztes Viertel. Die Oberfläche des M. zeigt schon dem bloßen Auge, am deutlichsten zur Zeit des Vollmondes, viele größere und kleinere graue Flecken, die aber unmöglich Schatten höherer Gegenstände sein können. Man hat diesen Gegenden den Namen von Meeren, Seen etc. (auf der Karte Mare, Oceanus, Palus, Lacus genannt) beigelegt, obgleich ziemlich festzustehen scheint, daß der M. keine Atmosphäre, also auch kein Wasser, wenigstens keine größern Gewässer enthält. Die grauen Flächen nehmen etwa ½ der uns sichtbaren Mondoberfläche ein und einzelne haben sehr beträchtliche Ausdehnungen, z.B. Mare Crisium 250000 akm, Mare Focumditatis Die hellern Landschaften des M. enthalten fast ohne Ausnahme zahlreiche Gebirge; diese zeichnen sich teils durch ihre verhältnismäßig größere Höhe, die bei manchen über 7 kKm oder ½7o des Monddurchmessers beträgt, teils durch ihre Gestalt vor den irdischen aus. Die meisten sind Ringgebirge, bestehend aus einem ringförmigen Wall, der eine Vertiefung oder Ebene einschließt, aus deren Mitte gewöhnlich ein isolierter kegelförmiger Centralberg emporsteigt. Die sog. Wallebenen sind von den Ringgebirgen nur durch ihre größere Ausdehnung verschieden, die 200 und mehr Kilometer im Durchmesser beträgt. Außerdem enthält die Oberfläche des M. Krater, Kettengebirge, Bergkegel, Rillen oder Bergadern, Schluchten oder Löcher. Eine noch ganz unaufgeklärte Erscheinung sind die schmalen Lichtstrahlstreifen, die im Vollmond als Strahlensystem erscheinen und keine Bergadern sein können. Vielfach ist in neuerer Zeit die Frage erörtert worden, ob noch jetzt auf der Mondoberfläche für uns sichtbare Veränderungen vor sich gehen, indessen ist es noch nicht gelungen, solche sicher zu beobachten. (Hierzu eine Karte des Mondes.) „Die beste Mondkarte oder bildliche Darstellung der Mondoberfläche ist die von J. Schmidt, welche 2m Durchmesser hat und auf Grund mehr als 30 jähriger Beobachtungen hergestellt, 1878 in Begleitung eines erläuternden Textes vom preuß. Kultusministerium herausgegeben wurde. In kleinerm Maßstabe ist eine Karte von Neison in dem Werke «The Moon and the condition and configuration of its surfacen (Lond. 1876). Altere, aber noch sehr vorzügliche Karten sind die von Mädler und Beer in Berlin (4 Blatt, Berl. 1834 36), mit der ihr zur Erläuterung beigegebenen «Allgemeinen vergleichenden Selenographier (2 Bde., Berl. 1837), sodann die Karte von Lohrmann (1824), in neuester Zeit von Jul. Schmidt vollendet. Unter den frühern Arbeiten sind namentlich die Karten von Hevel (1640), Riccioli (1651), Cassini (1680), Mayer (1775) und Lambert (1775), sowie Schröters «Selenotopographische Fragmentes (2 Bde., Gött. 1791) mit Auszeichnung zu nennen. In neuester Zeit hat man auch vorzügliche Photographien und Darstellungen einzelner Teile vom M. lund S. besonders Warren de la Rue in Engand, Secchi in Rom, Draper und Rutherford in Nordamerika, Nasmyth und Carpenter in Der M. betrachtet als Planet, Welt und Trabanto (aus dem Englischen von Klein, Lpz. 1876). Der M. steht unter allen Himmelskörpern der Erde am nächsten, und ein Einfluß nagy ehe auf die Erde wurde vermutet, und lange noch, ehe eine erklärende Theorie über einen Gegenstand gegeben werden konnte, wurde die Thatsache beobachtet, welche man dem Einfluß des M. richtig zuschrieb. Es ist die leicht in die Augen springende, auf den Gesetzen der Attraktion beruhende Erscheinung der Ebbe und Flut (s. d.) im Meere. Eine Ebbe und Flut in der Erdatmosphäre ist wohl vorhanden, aber durch Instrumente nichtwahrnehmbar. Ebenso ist der Einfluß des M. auf das Wetter, auf Regen und Kälte nicht erwiesen. Daß das Mondlicht im Stande ist, sehr empfindliche Farben zu bleichen, scheint richtig zu sein; ebenso kann es auch. wenn es im Loarah konzentriert wird, die präparierten photograph. Silberplatten schwärzen. Über die Monde der andern Planeten s. Nebenplaneten.