Morelly, franz. sozialistischer Schriftsteller, war der Sohn eines Beamten zu Vitry-le-Frangais. Schon der Vater veröffentlichte mehrere moralphilos. Schriften, die großen Anfechtungen unterlagen: Essai sur l'esprit humain (Par. 1743), Essai sur le cœhur humaino (Par. 1745) und Physique de la beauté, ou pouvoir naturel de ses charmeso (Amsterd. 1748). M. der Sohn schlug als Schriftsteller denselben Weg ein, nur daß er sich noch viel paradoxer zeigte. Er veröffentlichte zuerst das Werk Le prince, les délices du cœur, ou traité des qualités d'un grand roi, ete.o (2 Bde., Amsterd. 1751), worin er einen Fürsten schildert, der sein Volk durch die Verwirklichung philos. Ideen glücklich macht. Hierauf reproduzierte er dieselben Ansichten in einem aus 14 Gesängen bestehenden heroischen Heldengedichtin Prosa unter dem Titel Basiliade, ou naufrage des iles flottantes» (2 Bde., angeblich Messina w1753). In diesem Buche wird das Glück eines nicht durch geschriebene politische, sondern nur durch die Gesetze der Natur regierten Volks geschildert. Als ailes flottanteso werden die untergehenden Vorurteile bezeichnet, welche die gegenwärtige Staats⸗ und Gesellschaftsform beherrschen. Die Grundlage aber, auf welcher das sog. Reich der Natur und der Wahrheit erwachsen soll, ist das System der absoluten Gleichheit. M. stellte den Gegnern seiner utopischen Ideale ein neues Werk entgegen: Le code de la nature, etc.o (Amsterd. 1755; neue Ausg., Par. 1841), in welchem er den vollständigsten Kommunismus predigt. Dieses Buch wurde lange Zeit mit Unrecht Diderot zugeschrieben.