Maccaronische Poesie, auch Maccheronische Poesie, nannte man ursprünglich eine Gattung scherzhafter lat. Gedichte, in welche Wörter aus einer andern Sprache mit lat. Endungen eingestreut sind, dann eine auf Vermischung der Sprachen gestützte Art der komischen Poesie. Sie hat ihren Ursprung in Italien; der älteste bekannte maccaronische Dichter ist Typhis Odaxius (gest. 1488 in Padua), der ein Carmen maccaronicum de Patavinis quibusdam arte magica delusio verfaßte. Irrigerweise hat man Teofilo Folengo (s. d., geb. 1484, gest. 1544), für den Urheber der Maccaronischen Poesie gehalten; wohl aber gab er ihr zuerst poetische Bedeutung. Sein Hauptgedicht in dieser Gattung nannte er Maccaroneas, weil er, gleichwie zu den Maccaroni verschiedene Mischteile genommen werden, darin Lateinisch und Italienisch vermischte. Außerdem hat man von ihm aus derselben Gattung ein kleineres komisches Gedicht Moschea oder 4 Der Krieg der Mücken und Ameiseno (deutsch von Hans Christoph Fuchs, 1580; neue Ausg. von Genthe, Eisl. 1833), sowie Cklogen und Episteln. Die ältesten deutschen maccaronischen Gedichte sind wohl ein Pasquill von 1546 und einige von Hans Sachs. Das bekannteste aus dem 16. Jahrh. ist die Eloia, Cortum versicale de Plois swartibus, illis Deiriculis, quae omnes fere Minschos, Mannos, Weibras, Jungfras ete. behuppere et spitzibus suis schnaflis stéckere et bittere solent. Autore Gripholdo Knickknackio ex Flolandia o, welche seit 1593 sehr oft gedruckt wurde. Französische maccaronische Verse finden sich in dem zu Moliéres Le malade imaginaire gehörenden dritten Zwischenspiele. Vgl. Genthe, „(Geschichte der Maccaronischen Poesie und Sammlung ihrer vorzüglichsten Denkmaley (Halle 1829).