FeedDuveyrier
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Duveyrier (Charles),franz. Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 12. April 1803 zu Paris, besuchte das Gymnasium Henri IV., studierte dann die Rechte und wurde Advokat. Im J. 1828 verfaßte er eine Schrift Essai sur le corps électoral selon la chartep. Bald wurde er ein warmer Anhänger des Saint-Simonismus, war Mitarbeiter am „Organisateuro, am (Globen, welche Saint-Simons Lehren predigten, und an dem Werk Exposition de la doctrine de Saint-Simono; er bereiste England und Belgien, um Propaganda für diese Lehre zu machen. Obwohl von dem Spott der Zeitungen verfolgt und Poste de Dieuo zubenannt, blieb er doch in seinen Grundsätzen unerschütterlich. Wegen eines Artikels im „Glober über die Rolle der Frau wurde er, nebst Enfantin und Michel Chevalier, der Verletzung der Sitten beschuldigt und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. In der Folge widmete er sich der dramatischen Schriftstellerei. Mit seinem Bruder Melesville schrieb er Michel Perrinv (1834), dann allein („Le Monomanes und L'Ingénieuro, welche Stücke aber keinen Erfolg hatten; viel Beifall fanden dagegen La marquise de Senneterre (1837, mit Melesville), «Faute de s'entendrey (1838), Le comité de bienfaisances (1839, mit J. de Wailly), (Oscar ou le mari qui trompe sa femmer (1842, mit Scribe), Clifford le voleury (1835), (Le Toréndoro (1845), (Les Vépres Sicilienneso (1855, mit Scribe), Lady Seymourv u. s.w. Dann nahm er teil an verschiedenen industriellen und finanziellen Unternehmungen, aber kam immer wieder zur Journalistik zuruck. Im J. 1848 begründete er mit Enfantin, Arles-Dufour u. a. ein Saint-Simonistisches Blatt 41ie Crélitv; 1855 gab er die Schrift Nécessité d'un congreés pour pacifier 'Europen und 1857 eine Broschüre Pourquoi des propriétaires à Paris o heraus; 1864 erschien L'avenir et les Bonaparter und 1865 Wa civilisation et la démocratie françaiseb. D. starb zu Paris 10. Nov. 1866.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 682Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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