Möris ist bei den griech. Schriftstellern der Name eines großen, durch Dämme begrenzten künstlichen Sees, der in der Fayumoase, und zwar in der Südostecke derselben, lag und der als Reservoir für das überschüssige überschwemmungswasser des Nils gedient haben soll. Der König Möris, von dem er erbaut sein soll, ist eine sagenhafte Persönlichkeit, jedenfalls ist die Anlage aber sehr alt. Besonders scheint der König Amenemhet III., ein Herrscher der 12. Dynastie (etwa 2000 v. Chr.), sich um ihn bemüht zu haben, wenigstens finden sich vielfache Spuren nar Thätigkeit in dieser Gegend. Auch sein Grabmal hat er dort errichtet. Nachdem man früher allgemein den heutigen Birget el Korn, einen natürlichen See am Westrande des Fayum, für den Mörissee gehalten hatte, wies Linant de Bellefonds (Mémoire sur le lac Morisv, 1842) zuerst die Dämme der wirklichen alten Anlage nach.