Möven (Laridae), eine Familie der Schwimmvögel, die sich von den übrigen durch sehr lange und spitzige Flügel, dreizehige, mit einer freien Hinterzehe versehene Schwimmfüße, einen seitlich sehr zusammengedrückten, scharfschneidigen, bisweilen leicht gekrümmten Schnabel, die Befiederung der Zügel⸗ und Kehlgegend und die in freien Nasengruben sich öffnenden Nasenlöcher unterscheidet. Die M. sind durch große Flugkraft ausgezeichnet, leben meist an den Seeküsten, wo sie als sehr gesellige Vögel gemeinsame Brüteorte haben, nähren sich von Mollusken und Fischen und erhaschen ihre Beute an der Oberfläche des Wassers hinstreifend und auch auf geringe Tiefe tauchend. Zu ihnen gehören die durch ihre eigentümliche Schnabelbildung ausgezeichneten Scherenschnäbel (RKhynchops), von welchen eine Art das innere Afrika, eine andere die Küsten des gesamten Amerika bewohnt; die Seeschwalben (Sterna), deren zahlreiche Arten an allen Küsten, besonders aber in den nordischen Meeren in großen Schwärmen sich vorfinden, und die weit größern, eigentlichen Möven (Larus), die sich durch einen gerade abgestutzten Schwanz und die hakig herabgebogene Spitze des Oberkiefers auszeichnen. Von der deutschen Nordküste bis zum Eismeer ist die Mantelmöve (L. marinus) verbreitet, welche die Größe einer kleinen Gans erreicht, einen gelben Schnabel und fleischfarbene Füße hat und viel Gefräßigkeit zeigt. Ihre Federn werden im Norden gesammelt und in den dortigen Haushaltungen verwendet. Zu den zahlreichen kleinern Arten gehört die Lach möve (L. ridibundus), welche die nordischen Meere beider Halbkugeln und das Innere der Festländer bewohnt und in Europa sich bis Ungarn, Italien, und zum Schwarzen Meer ausbreitet, wo sie sich an den Flüssen und Seen aufhält. Sie macht sich durch ihr weithin hörbares, krähenartiges Geschrei bemerkbar, ist außerordentlich unruhig, fliegt leicht und gewandt und ist die gemeinste Art. Ihr Schnabel und ihre Füße sind rot. Ihr Fleisch ist, wie das aller übrigen M., thranig; doch wird das der jungen M. gegessen. Die Federn dienen zum Ausstopfen der Betten. Den höchsten Grad der Ausbildung erreicht die räuberische Natur der M. in der Gattung Raubmöve (Lestris), deren Arten andern geschickt fischenden Seevögeln ihre Beute abjagen, indem sie denselben durch Flügelschläge und Schnabelhiebe so lange zusetzen, bis sie den Fisch, auch wenn sie ihn schon verschluckt haben sollten, wieder von sich geben und fallen lassen. Zu dieser Gattung gehört die Schmarotzer-⸗Raubmöve oder Struntmöve (L. parasitica), welche an den deutschen Küsten nicht selten ist.