FeedMuata Namwo
GeschichteBrockhaus 1882

Muata Namwo, Matiamwo, d. h. «großer Vater Jamwoy, der Titel eines Fürsten in Südafrika, der in neuester Zeit durch Livingstone und Pogge, von denen sein Hof besucht wurde, berühmt geworden ist. Das Reich des M., ein auf ziemlich lockern Verhältnissen beruhender despotischer Vasallenstaat, liegt im Centrum Südafrikas; die Hauptstadt desselben, im allgemeinen genannt Mussumha, großes Lagere, liegt in der fruchtbaren Ebene zwischen den Flüssen Kalandschi und Luisa, wechselt aber ihre Lage bei jeder neuen Thronbesteigung, da nach dem Tode jedes Königs die alte Umzäunung abgebrochen und an einer andern Stelle eine neue angelegt wird. Daher wird der spezielle Name der königl. Residenz von den verschiedenen Reisenden auch verschieden angegeben, wie Kabebe, Lumbatta, Quizememe u. s. w. Die räumliche Ausdehnung des Reiches des M. ist unbekannt. Das Hauptvolk desselben gehört dem großen Bantustamme s. d.) an und wird Ba-londa, Ba-lunda, Baloi oder Mo-lua genannt. Es gehört seiner Sprache nach zu dem südl. Zweige der westl. Abteilung der Bantufamilie und wird als freundlich und gutmütig geschildert, sodaß Fremde ohne alle Gefahr das Land bereisen können. Vgl. Pogge, «Im Reiche des Muata Jamwov (Berl. 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 904Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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